Elefanten und Wölfe führen und Paviane bewältigen Stress
Führen wie die Tiere

Technische Logik hilft nicht beim Führen eines Unternehmens - der Faktor Mensch passt nicht in dieses Schema. Manager können von Herdentieren intelligentes Führungsverhalten lernen.

Fledermäuse orientieren sich durch Echolotung. Das weiß heute jedes Kind. Als der Biologe Donald Griffin jedoch 1940 auf einem Zoologenkongress von dieser Entdeckung berichtete, war die Fachwelt empört. Wie konnte das sein? Radar und Sonar waren schließlich die heißesten Entwicklungen der Militärtechnik – also des Menschen. Die Vorstellung, dass Fledermäuse über eine solche Technologie verfügten, klang damals so absurd als wenn heute jemand behaupten würde, die Saurier hätten Internetanschluss gehabt.

„Je mehr wir von der Natur lernen, desto mehr sind wir von Ihren Leistungen beeindruckt“, schreibt der Autor Matthias Nöllke (“So managt die Natur“, Haufe Verlag). Und: „Fast scheint es so, als müssten wir selbst eine Erfindung machen, um herauszufinden, dass sie in der Natur schon lange vorhanden ist“. Der Mensch hat den göttlichen Auftrag: „Mache Dir die Erde Untertan.“ Mit dem Selbstverständnis, das er daraus entwickelt, ist es jedoch nur schwer vereinbar, dass wir nur Nach-Erfinder längst vorhandenen Wissens sind.

Noch ungewöhnlicher ist der Gedanke, dass wir Menschen in Fragen des Führens von Gruppen und Organisationen in der Natur einen Meister finden könnten. Bei allem theoretisch vorhandenen Führungswissen tut sich die Führungskraft in der Praxis seit Jahrhunderten schwer. Sie fällt immer wieder in mechanistische Verhaltensmuster zurück und neigt dazu, ein Unternehmen wie eine Maschine zu betrachten. Das ist ja auch nahe liegend und hat viel für sich. Klarheit zum Beispiel. Maschinen arbeiten nach einer zwingenden Logik. Oben Kaffeepulver und Wasser rein – unten Kaffee raus. Knöpfchen A: Cappuccino, Knöpfchen B: Espresso. Und wenn etwas schief geht, hat der Schuld, der die falschen Knöpfe gedrückt hat. Das ist dann ein Management-Fehler.

Wir können ein Unternehmen so betrachten. Dann allerdings dürfen wir auch einige Forderungen aus unserem Katalog als Manager streichen. Von dem Mitarbeiter, den wir betrachten wie das Heißwasseraggregat in der Kaffeemaschine dürfen wir außer heißem Wasser nichts erwarten. Commitment – was ist das denn für ein Bauteil? Wir-Gefühl kann ein Aggregat nicht entwickeln. Es macht Dienst nach Vorschrift: Knöpfchen rein – Kaffee raus. Fertig.

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