Elf Anklagepunkte
Madoff droht lebenslange Haftstrafe

Der mutmaßliche Milliardenbetrüger Bernard Madoff muss mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft legte am Dienstag die Anklage vor. Für die elf Punkte, darunter Wertpapierbetrug, Geldwäsche und Meineid, droht Madoff insgesamt eine Haftstrafe von bis zu 150 Jahren.

HB NEW YORK. Der mutmaßliche Milliardenbetrüger Bernard Madoff muss mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft legte am Dienstag die Anklage vor, für die elf Punkte droht insgesamt eine Haftstrafe von bis zu 150 Jahren. Der 70- jährige Madoff will sich nach Angaben seines Anwalts schuldig bekennen. Einen Deal für ein geringeres Strafmaß wollen die Ermittler nicht eingehen.

Unter den Anklagepunkten sind Wertpapierbetrug, Geldwäsche und Meineid. Madoffs Wall-Street-Investmentfirma habe Ende November 4 800 Kunden gehabt und eine Bilanzsumme von rund 64,8 Mrd. Dollar ausgewiesen, hieß es. In Wirklichkeit sei nur ein Bruchteil dieses Betrags vorhanden gewesen. Die Behörden kündigten an, Madoffs Vermögen bis zu einer Summe von 170 Mrd. Dollar beschlagnahmen zu wollen. Der Betrag ergibt sich aus dem angerichteten Schaden und dürfte nicht annähernd zu holen sein: Nach Angaben des Finanzjongleurs vom Dezember waren nur noch einige hundert Mio. Dollar vorhanden.

Madoff selbst hatte den Schaden vor der Festnahme im Dezember auf 50 Mrd. Dollar beziffert. Es ist mit Abstand der größte Betrug der Wirtschaftsgeschichte. Der einstige Verwaltungsratschef der Technologiebörse Nasdaq, inzwischen Nasdaq OMX Group, hatte das „Schneeball-System“ seit den 80er Jahren betrieben.

Bei einem Schneeball-System werden die Gewinne früher Investoren mit dem Geld immer neuer Anleger bezahlt. Madoffs Betrugsmaschine soll zusammengebrochen sein, da unter dem Druck der Finanzkrise immer mehr Kunden ihr Geld zurückforderten. Die Ausfälle trafen Anleger weltweit, auch in Europa. In den USA zählen auch einige Prominente wie Hollywood-Regisseur Steven Spielberg zu Madoffs Opfern.

Madoff steht seit Dezember gegen eine Kaution von zehn Mio. Dollar unter Hausarrest in einer Luxus-Wohnung in Manhattan. Die Wohnung ist Eigentum seiner Frau. Während Madoff behauptet, im Alleingang gehandelt zu haben, soll die Staatsanwaltschaft davon überzeugt sein, dass er Komplizen hatte. Laut Medienberichten fand sie zwei Mitarbeiter, die für ihn Belege gefälscht haben sollen.

Madoff erschien vor Gericht zu einer Anhörung, bei der es ursprünglich darum gehen sollte, ob sein Anwalt Ira Sorkin ihn weiter vertreten kann. Die Staatsanwaltschaft warf Sorkin Interessenkonflikte vor, die jedoch nach ihren eigenen Angaben nicht gravierend waren. Im Ergebnis darf Madoff seinen Anwalt behalte. Sorkin vertritt auch Madoffs Ehefrau.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%