Elitezirkel
Freunde fürs Leben

Die Rotarier verfolgen seit 100 Jahren hehre Ziele - Innenansichten eines Elitezirkels.

HB DÜSSELDORF. Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu seyn“, hat der Dichter der Freundschaft gesungen. „Freundschaft“ riefen vor noch gar nicht langer Zeit die Jungen Pioniere, „Elf Freunde müsst ihr sein“, hat Sepp Herberger gesagt. Im rheinischen Lanzenbach tagt der „Freundschaftsbund Gemütlichkeit“ – seit 84 Jahren.

Freundschaft, das war hier zu Lande immer ein großes Thema, vielleicht ist die Idee des ganz besonderen Männer-Clubs ja auch deshalb in Deutschland auf so fruchtbaren Boden gefallen. Der Club mit dem Zahnrad aus 24 Zähnen als Emblem besteht heute 100 Jahre.

Sein Motto: Dienstbereitschaft im täglichen Leben. Sein offizielles Ziel: Freundschaft und guter Wille. Um dies zu erreichen, tut man ein wenig geheimnisvoll. Mitglied kann man nur auf Empfehlung zweier Freunde werden, das Mitgliederverzeichnis ist streng vertraulich zu behandeln. Denn viele Freunde sitzen an Schlüsselstellen der deutschen Wirtschaft, von Verwaltungen und auch in der Politik. Weltweit sind es 1,1 Millionen Männer und inzwischen gut 100 000 Frauen, die aufgerufen sind, sich einmal in der Woche zum „Meeting“ zu treffen, um sich bei Mittag- oder Abendessen Vereinsleben, Freundschaft und Gemeinsinn zu widmen. Nur in Nordkorea, auf Kuba und in einigen arabischen Ländern gibt es sie nicht, diese organisierte Elite, die Rotarier.

Wandleuchten aus Gold

Der Teppichboden ist fingertief, die Wandleuchten sind vergoldet. Es riecht nach Yardley, Lavendel. Grau sind die Haare der Herrschaften zumeist und manchmal auch licht, an der Wand hängt eine Prinzessin von Preußen in Öl, serviert werden Schweinefiletspitzen in heimischer Senfsauce mit kleinen Reibekuchen. „Freund Bilda“ ergreift Punkt 13.15 Uhr das Wort, die Tür geht zu, geschlossene Gesellschaft im Industrieclub Düsseldorf. Klaus Bilda, Präsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf a.D., ist heute Präsident des Rotary-Clubs „Düsseldorf Süd“, Meeting mittwochs.

Industrieclub, das ist so ein Signal, das Haus gehört zu den feinsten Adressen an Rhein und Ruhr, hier traf und trifft man sich, um Geschäfte anzubahnen und Kontakte zu pflegen, ein idealer Platz für Rotarier also, alle fünf Düsseldorfer Clubs treffen sich dort. Am Mittwoch vor einer Woche geht es beim RC Düsseldorf-Süd zunächst um Getränkemärkchen. Hat der Freund Lust auf Kaffee, braucht er einen Bon. Dann wird ein 60. Geburtstag beklatscht, der Präsident berichtet vom Austauschschüler aus Mexiko, der einen Trauerfall in der Familie hat. Die Formalia sind damit abgehakt, der Präsident nimmt Platz, der Verein widmet sich hernach dem Mittagessen.

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