Emissionen
Klimaschutz gewinnt für Unternehmen an Bedeutung

Einige deutsche Konzerne haben inzwischen ein effektives Klimamanagement etabliert und veröffentlichen Emissionsdaten. Trotzdem bereiten einige Fakten den Investoren Sorgen: Die Transparenz hat sich enorm verbessert, die Leistungen aber nicht.
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BerlinBASF, Bayer, BMW, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Eon, Munich Re Siemens und Tui bilden den ersten deutschen "Carbon Performance Leadership Index" (CPLI). Nur diese neun Konzerne veröffentlichen nicht nur sehr transparent Emissionsdaten und Klimastrategien, sondern haben in ihren Strukturen, Prozessen und Verantwortungsverteilungen ein effektives Klimamanagement etabliert. Den gestern präsentierten Index erstellte das Carbon Disclosure Project (CDP), die weltgrößte Investoreninitiative.

Das CDP verlangt alljährlich von Tausenden der größten Konzerne, Emissionen offen zu legen und Kli-mastrategien zur Senkung von Emissionen und Risiken zu entwickeln. Trotz der Wirtschaftskrise gewinnt der Klimaschutz an Bedeutung, so die Umfrageergebnisse. Legte vor einem Jahr nur die Hälfte der Befragten Daten offen, waren es dieses Jahr 122 der 200 größten deutschen Unternehmen. Mit 67 Prozent haben wesentlich mehr Unternehmen Angaben zu direkten sowie indirekten, durch Produkte oder bei Zulieferern entstehenden Treibhausgasemissionen gemacht. Die gemeldeten Emissionen haben sich dadurch auf 1,2 Mrd. Tonnen gegenüber 2008 fast verdoppelt.

Konkrete, quantitative Reduktionsziele haben 45 Prozent der Firmen. Der Anteil derer, die das Thema in Verantwortungsbereich des Vorstandes brachten, stieg von 41 auf 61 Prozent. Ein "klares Signal für die zunehmende strategische Bedeutung des Klimawandelthemas", schreibt WestLB-Analyst Hendrik Garz, Mitautor der Studie. Mehr als ein Drittel der Firmen haben Klimaelemente in Anreizsysteme aufgenommen, nennen aber nicht die Kriterien in den Vergütungsstrukturen und ihre Anteile am Boni-Paket für Vorstandschefs.

Zu den 30 transparentesten Unternehmen gehören neben den CPLI-Firmen 14 Dax- sowie acht MDax-, SDax- und TecDax-Firmen. Sie bilden den ersten deutschen "Carbon Disclosure Leadership Index" (CDLI). "Kleinere Unternehmen nehmen nicht nur verstärkt am CDP teil, sondern sind teilweise auch in der Lage, mit den großen, in der Klimaberichterstattung erfahrenen Unternehmen zumindest in Sachen Transparenz mitzuhalten", so Garz. Die Spitzenreiter Siemens, Deutsche Post, BASF und Bayer haben sich auch international als Branchenführer im Klimareporting durchgesetzt.

Nicht auf Regierungen warten

Trotzdem bereiten einige Fakten den Investoren Sorgen: Die Transparenz hat sich enorm verbessert, die Leistungen aber nicht. Auf den Umsatz bezogen wurde mehr emittiert. Zudem stieg der Anteil derer, die keine negativen Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäftsmodell sehen, von 33 auf 50 Prozent. Das könne eine Folge der gescheiterten Klimaverhandlungen sein, heißt es. Infolgedessen erwarten nur noch 43 (Vj. 64) Prozent regulative Anforderungen. "Das birgt eine Gefahr: Unternehmen riskieren, Geschäftspotenziale zu verpassen oder auf Risiken des Klimawandels zu spät zu reagieren, wenn sie auf Regulierungen warten", sagte Caspar von Blomberg, Europachef des CDP, dem Handelsblatt.

Dafür gibt es Anzeichen: Nur 52 Prozent unterlegen ihre Strategien und Ziele mit konkreten Maßnah-men, im Vorjahr waren es drei Vier-tel. Das angegebene Investitionsvo-lumen hat sich auf 26,6 Mrd. Euro halbiert. Grund könnte auch eine Verschiebung von Investitionen in-folge der Finanz- und Wirtschafts-krise sein, mutmaßt der Bericht.

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Susanne Bergius
Susanne Bergius
/ selbstständige Journalistin

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  • Was für ein Narrenschiff! Was für ein beklemmender Zustand der geistigen Verirrung! Es ist physikalisch gleich auf mehrere Art und Weise nachgewiesen, daß CO2 keinerlei Erderwärmung verursachen kann! in unserer Studie "Rettung vor den Klimarettern" haben wir die am leichtesten verständlichen Argumente zusammengestellt. Die Politik ignoriert dies allerdings, und unverdrossen eröffnet die Theologin und Wissenschaftsministerin Schavan ein "Forschungszentrum" nach dem anderen, die dann gemeinsam mit Hilfe einer seltsam gleichgeschalteten Presse der bevölkerung eintrichtern sollen, die Erde sei bedroht und müsse nun durch rituelle Handlungen und das Geld der bürger "gerettet" werden. Und die Wirtschaft? in der Vergangenheit haben einige Unternehmen noch gekämpft, aber jetzt haben die meisten aufgegeben. Sie unterwerfen sich und publizieren "CO2-bilanzen". Eine gigantische Verschwendungsmechanismaschinerie wurde aufgebaut. Zugleich wacht eine Art "Öko-SA" darüber, daß nur ja niemand solchen Wissenschaftlern Geld gibt, die die Klimamärchen in Frage stellen. Allerdings würde der ganze CO2-Klimawahn auch in Deutschland sofort ins Trudeln geraten, wenn ein oder zwei große Zeitungen damit beginnen würden, der bevölkerung die Wahrheit über die Klimapolitik und den tatsächlichen Forschungsstand mitzuteilen. Die Presse in Deutschland aber hält sich bedeckt.

    Klaus Ermecke
    KE Research
    Oberhaching

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