Emma Hill
Britische Modedesignerin mit dem Gespür fürs Geldverdienen

Gerade mal fünf Jahre ist es her, da war Emma Hill arbeitslos, schwanger, und ihr Freund hatte sie verlassen. Heute ist sie Chefdesignerin bei dem britischen Luxusmodehersteller Mulberry, und ihren Kreationen hat das Unternehmen einen beispiellosen Aufstieg zu verdanken.
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LONDON. Gerade mal fünf Jahre ist es her, da hat ihre Welt in Trümmern gelegen: Emma Hill war arbeitslos, schwanger, und ihr Freund hatte sie gerade verlassen. Sie wird später nicht viele Worte über diese harte Zeit verlieren, nur so viel: "Ich erinnere mich an den ersten Tag, als ich mit meinem Baby aus dem Krankenhaus kam: Ich konnte mich bis fünf Uhr nachmittags nicht aufraffen, mich anzuziehen." Sie beschließt, dass ihr so etwas nicht noch mal passiert.

Heute ist Emma Hill Chefdesignerin bei dem britischen Luxusmodehersteller Mulberry, und ihren Kreationen hat das Unternehmen einen beispiellosen Aufstieg zu verdanken. Aus einer auf den britischen Markt fixierten, leicht verstaubten Marke ist ein internationales Edel-Label geworden wie Prada und Louis Vuitton, dessen Produkte auch bei Stars und Sternchen begehrt sind. Jetzt ist Mulberry mit dem renommierten British Fashion Award zur Designer-Marke des Jahres ausgezeichnet worden.

Es ist vor allem ein Produkt, das Emma Hill entworfen hat und das ihr diesen Preis beschert hat: eine Tasche, die an einen Schulranzen erinnert. Hill hat sie nach dem Model und der Moderatorin Alexa Chung benannt. Die Tasche kostet knapp 1000 Euro. Dass sie ein Erfolg wird, hatte Hill schon vorher im Gefühl: "Meine Nase fängt an zu jucken, wenn ich den Prototypen einer guten Tasche sehe", erzählt die 40-Jährige. "Ich kann das Geld riechen."

Vor drei Jahren hat sie den Job als Mulberry-Chefdesignerin übernommen. Sie war nur die zweite Wahl, eine andere Kandidatin hatte abgesagt. Aber Hill war das Beste, das Mulberry passieren konnte. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 45 Millionen Pfund gestiegen, der Vorsteuergewinn hat sich auf 4,7 Millionen Pfund verdreifacht.

Nach ihrem Studium an einer Londoner Design-Hochschule war Emma Hill nach New York gegangen und hatte dort für Gap und Liz Claiborne, Calvin Klein und Marc Jacobs gearbeitet. Auch für Marc Jacobs hatte sie bereits Taschen und Leder-Accessoires entworfen, die sich gut verkauften. Nach drei Jahren hing sie den Job dennoch an den Nagel. Bis drei Uhr morgens habe sie dort regelmäßig arbeiten müssen. Da sei keine Zeit fürs Privatleben geblieben.

Bei Mulberry gelten andere Regeln: Sie geht um sechs Uhr abends nach Hause, um noch Zeit für ihren Sohn zu haben. Wenn er im Bett ist, arbeitet sie allerdings weiter.

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