Endesa-Chef im Aufwind
Pizarro hat Oberwasser

Endesa-Präsident Manuel Pizarro dürfte sich die Hände reiben. Mit dem offiziellen Übernahmeangebot von Eon für den größten spanischen Energiekonzern könnte der 54-Jährige auch sein angeschlagenes Image aufpolieren.

scm MADRID. Der ehemalige Broker und Sparkassenchef, der seit 2002 Endesa leitet, galt bis vor kurzem als besonnener Manager. Doch seit dem feindlichen Übernahmeangebot des Konkurrenten Gas Natural für Endesa im September 2005 war er nicht wiederzuerkennen.

Auf einer Pressekonferenz schrie er die Journalisten an: „Seit dem Tag, an dem ich bei Endesa angefangen habe, habe ich nur zum Vorteil der Firma gehandelt und nicht zu meinem eigenen.“ Er verwahrte sich lautstark und immer wieder dagegen, des Insiderhandels bezichtigt zu werden. Der Vorwurf: Wenige Tage bevor Gas Natural sein feindliches Angebot lanciert hatte, hatte sich Pizarro, der bereits einer der größten Endesa-Einzelaktionäre war, mit weiteren 50 000 Aktien eingedeckt. Damals betrug der Kurs rund 18 Euro, Gas Natural bot wenig später 21,30 Euro. Der Kurs ist seitdem stetig gestiegen.

Mit Eon nun könnte er Endesa endlich aus den Klauen des verhassten heimischen Konkurrenten retten. Seit September hatte er zahlreiche Klagen gegen die Gas-Natural-Übernahme angestrengt und „bis zur letzten Minute mit vollem Einsatz gekämpft“, sagt Robert Tornabell von der Business School Esade in Barcelona. Ob es Pizarro allerdings gelingen wird, bei Endesa auch nach einer Übernahme durch Eon an der Macht zu bleiben, ist fraglich. Branchenkenner glauben, dass Pizarro wegen seiner nach wie vor umstrittenen Aktienkäufe nur wenig Chancen hat.

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