Entscheidung über Auslieferung
US-Justiz will Kim Dotcom

Jetzt wird es ernst für Kim Dotcom: Ein neuseeländisches Gericht entscheidet am Montag darüber, ob der schillernde Internetunternehmer an die USA ausgeliefert wird. Dort drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

WellingtonMit seiner Leibesfülle, der Vorliebe für schwarze Kleidung und dem FBI auf den Fersen gäbe Kim Dotcom den perfekten Bösewicht in einem Hollywoodfilm ab. Doch das am Montag beginnende Gerichtsverfahren gegen den deutschen Internetunternehmer ist keine Fiktion.

Das Gericht im neuseeländischen Auckland entscheidet darüber, ob Dotcom an die USA ausgeliefert wird. Die US-Justiz will dem 41-Jährigen, der mit der Onlineplattform Megaupload ein Vermögen verdiente, wegen Urheberrechtsverletzungen, Unterschlagung und Geldwäsche den Prozess machen.

Das Verfahren gegen Dotcom läuft bereits seit fast vier Jahren. Auftakt war eine spektakuläre Razzia auf seinem riesigen Anwesen in Auckland. Im Morgengrauen rückten bewaffnete Spezialkräfte im Hubschrauber an. Dotcom aktivierte zahlreiche elektronische Sperren, doch die Polizisten entdeckten ihn schließlich im Tresorraum.

Dotcom sieht sich zu Unrecht verfolgt. „Ich bin ein leichtes Opfer. Sie brauchten einen Bösen, der reich, schrill und extravagant ist“, beklagte er sich 2013. „Im Privatjet unterwegs zu sein oder in Autos mit den Nummernschildern 'Gott' oder 'Mafia' ist sicher nicht der beste Weg, unauffällig zu bleiben“, räumte er ein.

Dotcom wurde 1974 als Kim Schmitz in Kiel geboren. 2005, als er Megaupload startete, änderte er seinen Namen in Dotcom. Die Plattform war eine der ersten, die es ihren Nutzern ermöglichte, große Mengen Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen.

Megaupload werde täglich von 50 Millionen Menschen genutzt und mache vier Prozent des weltweiten Datenvolumens im Internet aus, erklärte die Firma 2011. Seine Millionen soll Dotcom vor allem durch Urheberrechtsverletzungen verdient haben. Denn auf Megaupload wurden nicht nur legal Daten getauscht, sondern auch urheberrechtlich geschützte Filme, Musik und Software. 

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