Management
Entscheidung über Issing-Nachfolge erst 2006

Die Bundesregierung will erst im kommenden Frühjahr über die Nachfolge von Otmar Issing im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werde eine solche Debatte nicht geführt, stellte Regierungssprecher Béla Anda klar.

dpa BERLIN. Die Bundesregierung will erst im kommenden Frühjahr über die Nachfolge von Otmar Issing im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werde eine solche Debatte nicht geführt, stellte Regierungssprecher Béla Anda klar.

Erst wenn im Mai 2006 die Neubesetzung anstehe, werde entschieden. Dies bedeute keine Distanzierung von der ein oder anderen Person, die ins Gespräch gebracht worden sei, sagte Anda, ohne Namen zu nennen. Issing, der EZB-Chefvolkswirt ist, geht im Frühjahr 2006 in den Ruhestand.

Zuvor hatte das Finanzministerium Berichte als verfrühte Spekulation zurückgewiesen, wonach der Würzburger Ökonom Peter Bofinger Favorit der Bundesregierung für die Issing-Nachfolge sei. Die Diskussion komme zur Unzeit. „Wir beteiligen uns nicht an diesen öffentlichen Spekulationen“, sagte Sprecher Stefan Giffeler.

Die „Financial Times Deutschland“ hatte unter Berufung auf Regierungs- und Notenbankkreise berichtet, dass der Wirtschaftsweise Bofinger derzeit im Zentrum aller Überlegungen stehe. Als weiterer Kandidat sei Bundesbankpräsident Axel Weber im Gespräch. Finanz- Staatssekretär Caio Koch-Weser habe nur Außenseiterchancen. Dazu sagte Giffeler: „Herr Koch-Weser hat in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass er sich dem Finanzministerium verpflichtet fühlt.“. Er stehe somit nicht für dieses Amt zur Verfügung.

Nach einem ungeschriebenen Gesetz ist Deutschland als größtes Land der Euro-Zone stets im sechsköpfigen Direktorium vertreten und darf somit einen Nachfolger nominieren. Nach dpa- Informationen hat sich der zuständige Finanzminister Hans Eichel (SPD) noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt. In Eichels Haus wurde darauf verwiesen, dass es noch fast ein Jahr dauert, bis Issing ausscheidet. Vor gut einer Woche hatte die Parlamentarische Staatssekretärin Barbara Hendricks klargestellt, dass es noch keine Nachfolgeregelung für Issing gebe.

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