Entzug von Beteueraufträge: Broker klagt gegen Börse Düsseldorf

Entzug von Beteueraufträge
Broker klagt gegen Börse Düsseldorf

Die Verteilung von Betreuermandaten für Wertpapiere an den deutschen Börsen wird in diesem Jahr erneut die Gerichte beschäftigen. Der Kursmakler KMD hat Klage gegen den Entzug der Beteueraufträge (sogenannte Skontren) für die Anleihen zweier Banken gegen die Börse Düsseldorf eingereicht.

FRANKFURT. Die Börse hatte KMD die Anleiheskontren der Hypothekenbank in Essen (EssenHyp) und der WL Bank auf Wunsch der Institute entzogen und einem Konkurrenten DBM zugeteilt. "Wir wollen uns dagegen wehren, dass Emittenten darüber bestimmen, wer Kurse für Anleihen stellt", sagte KMD-Gründer Klaus Mathis zu der Klage. Denn dadurch gerate die Neutralität der Kursfeststellung in Gefahr. Zudem bedrohe die Entscheidung rechtswidrig die Existenz von KMD. Wann die Klage vom Verwaltungsgericht verhandelt wird, ist unklar. Die Klagebegründung steht noch aus.

An den deutschen Präsenzbörsen werden die Kurse von Wertpapier nach wie vor von Brokern (sogenannten Skontroführern) festgestellt, die faire Kurse garantieren sollen. Dies ist für die Makler eine wichtige Einnahmequelle, weshalb der Entzug und die Neuverteilung immer wieder ein Streitpunkt zwischen Börsen und Brokern ist. Zuletzt hatte der Frankfurter Makler Renell in einem langen Gerichtsverfahren die Frankfurter Börse gezwungen, ihm gegen ihren Willen Skontren zuzuteilen.

Die WL Bank und die EssenHyp wollten sich zu ihrer Entscheidung im Fall KMD Verfahrens nicht äußern. Eine EssenHyp-Sprecherin betonte jedoch, dass man keinen Einfluss auf die Art der Kursfeststellung nehmen wolle. In einem Schreiben des seit kurzem vollständig zur Commerzbank gehörenden Instituts an KMD wird der Schritt mit Kostengründen und der Vereinfachung der Abwicklung von Börsengeschäften begründet.

Die Börse Düsseldorf sieht sich mit ihrer Entscheidung im Recht. Es sei durch Zustimmung des Marktausschusses genehmigten Übung, den Wunsch einer Bank, die Wertpapier emittiert, Rechnung zu tragen. Zweifel an der Neutralität und der Eignung, die einem solchen Schritt entgegenstünden, bestünden nicht, heißt es in der Begründung gegenüber KMD.

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