Eon-Ruhrgas
Revolution in der zweiten Reihe

Deutschlands größter Versorger bündelt den Vertrieb von Strom und Gas. Erstmals erhalten die Töchter Eon Energie und Ruhrgas einen gemeinsamen Vertriebsvorstand. Stefan Vogg soll auf den wachsenden Druck durch neue Wettbewerber reagieren und die Vertriebsaktivitäten stärker koordinieren

DÜSSELDORF. Es ist nur eine Personalie aus der zweiten Reihe – aber für Eon signalisiert sie eine neue Ära: Der Energiekonzern beruft bei seinen beiden wichtigsten Töchtern Eon Energie und Eon Ruhrgas denselben Manager zum Vertriebsvorstand. Deutschlands größter Versorger bündelt damit faktisch den Vertrieb von Strom und Gas. Die wichtige Position übernimmt bereits zum Wochenende Stefan Vogg.

Der 47-Jährige ist schon jetzt als Chief Executive Officer (CEO) der Eon Vertrieb Deutschland GmbH für den Heimatmarkt zuständig. Zusätzlich wird er zum einen den Vertrieb bei der größten Konzerntochter Eon Energie leiten, die die Belieferung von 17 Millionen Kunden in Zentraleuropa mit Strom und Gas verantwortet. Zum anderen ist er dann auch für den Großhandel von Eon Ruhrgas verantwortlich, die europaweit Großkunden – Stadtwerke und Industrieunternehmen – mit Gas versorgt.

Eon steht unter wachsendem Druck durch neue Wettbewerber und arbeitet seit längerem an einer effizienteren Vertriebsstruktur. Im vergangenen Herbst hat der Branchenführer bereits das Deutschland-Geschäft umstrukturiert. Und im Rahmen des laufenden Sparprogramms „perform-to-win“ hat er angekündigt, die Konzernstrukturen weiter zu straffen. Die Entscheidung, Vogg auch bei Eon Energie und Ruhrgas zum Vorstand zu machen, begründete der Konzern ausdrücklich mit der „Absicht, die Vertriebsaktivitäten bei Strom und Gas stärker zu koordinieren“.

Der Schritt ist aber heikel. Eon Energie und Eon Ruhrgas achten penibel auf ihre Zuständigkeitsbereiche. Besonders den Managern des Gashändlers, der vor sechs Jahren nach einer jahrzehntelangen Selbstständigkeit von Eon übernommen wurde, fällt es schwer, Verantwortlichkeiten abzugeben.

Vogg dürfte aber über das nötige Fingerspitzengefühl verfügen. Er arbeitete nach seinem Jura-Studium zunächst im bayerischen Finanzministerium und übernahm nach seinem Eintritt 1995 beim Versorger Viag auch den Bereich Wirtschaft und Politik. Nachdem Viag 2000 mit Veba fusionierte, wechselte er in die Zentrale des neuen Eon-Konzerns nach Düsseldorf. Von 2006 bis 2008 war er Vertriebsvorstand bei Eon Bayern, ehe er im September 2008 CEO von Eon Vertrieb Deutschland wurde.

Bei Eon Energie war der Posten des Vertriebsvorstands vakant, seit Karl-Michael Fuhr Ende vergangenen Jahres ausgeschieden war. Bei Ruhrgas soll der bisherige Vertriebschef Henning Deters sich nur noch auf das Ressort Technik und Infrastruktur konzentrieren.

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