„Er ist ein Teamspieler"
Ein Softie auf hartem Sessel

Ex-Bahnvorstand Christoph Franz soll die Fluggesellschaft Swiss retten – viele trauen ihm diesen Job nicht zu.

ZÜRICH. So einer wie er wäre vor einigen Jahren noch als Softie durchgefallen. Schlacksig, mit Bubengesicht und etwas verlegen lächelnd, geht Christoph Franz durch den Konferenzsaal des Zürcher Flughafens nach vorn. Dorthin, wo ihn Pieter Bouw, Verwaltungsratspräsident der trudelnden Schweizer Fluglinie Swiss mit einem Schulterklopfen empfängt und als den neuen Konzernchef vorstellt.

Damals, bevor er bei seinem früheren Chef, Hartmut Mehdorn, wegen des verunglückten Fernverkehrs-Preissystems der Deutschen Bahn in Ungnade gefallen war, kam Franz schon mal später ins Büro, weil er seine Kinder in die Schule brachte. Nachmittags ging er mitunter früher nach Hause, weil einer der fünf Sprösslinge nicht ohne Papi Geburtstag feiern wollte. So etwas kam an. „Der kümmert sich nicht nur um seine Karriere“, schwärmte einer über den Chef. Als er dann voriges Jahr im Mai gehen musste, flossen in seiner Führungsriege sogar Tränen.

„Er ist ein Teamspieler“, lobt ihn Bouw heute, der als Interimschef eingesprungen war. „Bescheiden“ nennt ihn ein Sprecher der Gewerkschaft des Bodenpersonals. Der promovierte Wirtschaftsingenieur gilt als Mann der zuhören kann: gradlinig, offen, zielstrebig. Auch Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte lange Zeit Franz’ hohes Lied gesungen und ihn zu den Besten im Konzern gezählt. Der heute 43-jährige schien auf dem geraden Weg, sich im ziemlich angejahrten Bahn-Holdingvorstand für höhere Aufgaben zu empfehlen. Dann kam das abrupte Ende seiner Bahnkarriere.

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