Er probiert vieles aus
Tausendsassa mit Faible für Zahlen

Dietmar Harhoff passt so richtig in keine Schublade – und das ist seine Stärke. Er ist Volkswirt auf einem betriebswirtschaftlichen Lehrstuhl, hat allerdings nicht VWL studiert, sondern Maschinenbau. Erst über den weiten Umweg eines Master-Studiums an der Harvard-Universität, eine volkswirtschaftliche Promotion am ebenso renommierten MIT in Cambridge, USA, und die Habilitation in VWL in Mannheim wurde er vom westfälischen Maschinenbauer zum Münchener Betriebswirt.

HB MÜNCHEN. Dass seine Position als Volkswirt auf einem BWL-Lehrstuhl untypisch sei, lässt Harhoff nur bedingt gelten. „Die strikte Trennung zwischen BWL und VWL in Deutschland hat mich sehr erstaunt, als ich hierher zurückkam; das kannte ich aus den USA nicht“, sagt der Mittvierziger mit der großen Brille. In den USA sei es ganz normal, dass empirische Forschung von Ökonomen an Business Schools gemacht wird.

Es ist offensichtlich, dass ihm sein Maschinenbaustudium beim Verständnis seines wissenschaftlichen Schwerpunkts hilft, der Innovationsforschung. Er gibt aber auch zu, dass ihm der Übergang vom Ingenieurwesen zur VWL anfangs nicht leicht fiel. Das Denken der Volkswirte war ihm fremd. „Ich habe mich am Anfang an die Mathematik geklammert, bis ich den intuitiven Zugang irgendwann hatte“, sagt er rückblickend.

Dietmar Harhoff ist einer, der alles kann, vieles ausprobiert, vor keiner Herausforderung zurückschreckt und schließlich das macht, was ihn am meisten interessiert. Im Abitur hatte er in allen Fächern Einsen. Zunächst studierte er Maschinenbau. Er machte zwar das Diplom und arbeitete eine Zeit lang in der Forschung, zum Eintritt in das Familienunternehmen der Eltern kam es aber nicht. Von der VW-Stiftung erhielt er ein Stipendium für ein Studium an der Harvard-Universität.

Dort traf er auf Zvi Griliches, der seinen weiteren wissenschaftlichen Weg bestimmte. Harhoff erinnert sich noch gut, wie der Top-Ökonom aus Israel der versammelten Crème de la Crème der Ökonomen, darunter Jean Tirole und Drew Fudenberg, die Leviten las. „Warum macht ihr Jungs nicht etwas Vernünftiges mit eurem Leben. Warum forscht ihr nicht empirisch“, donnerte er. Harhoff hielt engen Kontakt mit Griliches, lernte viel von ihm und nahm sich seine Worte zu Herzen.

Zwar führt ihn die Begeisterung für die Wissenschaft weg von eigener unternehmerischer Tätigkeit, doch engagiert er sich als Leiter des Instituts für Innovationsforschung und des Odeon Entrepreneurship Centers der Ludwig-Maximilians-Universität für die Förderung junger Unternehmer. Am Entrepreneurship Center können gründungswillige Wissenschaftler Businesspläne von Studententeams unter der Anleitung erfahrener Venture-Capital-Experten entwickeln lassen.

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