Ercan Öztürk
„Ich kann Zahlen lesen“

Ercan Öztürk, Ingenieur und neuer Chef der Agentur Springer & Jacoby, hat sein Unternehmen aus dem Tal geführt. Jetzt legt er seine erste Erfolgsbilanz vor: Neue Kunden gewonnen, alte gehalten und– von Alditarifen spricht bei der Kreativagentur niemand mehr.

HAMBURG. Eine kleine silberne Anstecknadel in Form eines Pistolenföhns sagt viel aus über Ercan Öztürk. Erstens, er arbeitet bei Springer & Jacoby, denn nur deren Mitarbeiter erhalten nach der Probezeit diese Anstecknadel. Und zweitens, er steht dazu.

Der Pistolenföhn war jahrzehntelang eine Art Statussymbol. Die es trugen, galten als die kreativen Leitwölfe der deutschen Werbelandschaft. Doch dann kam der Niedergang der Kreativagentur Springer & Jacoby: Ebenso abrupte wie unpopuläre Führungswechsel, der vorübergehende Verzicht auf die Teilnahme an Kreativwettbewerben und ein markenschädigender „Alditarif“ für Kunden trieben erst die Top-Kreativen und dann die Kunden in die Flucht. Der Tiefpunkt war im Sommer 2006 erreicht, als der Prestigekunde Mercedes-Benz kündigte.Springer & Jacoby glich nur noch einer Hülle – der Inhalt hatte sich verflüchtigt. 400 Mitarbeiter hatte die Agentur zu Spitzenzeiten beschäftigt, jetzt waren es nur noch 180. Die Agentur wurde von der Beteiligungsgesellschaft Avantaxx geschluckt. Und der berühmte Pistolenföhn verschwand bei vielen Mitarbeitern klammheimlich in der Jackentasche.

Ercan Öztürk trägt die Anstecknadel bewusst. Er ist angetreten, der einstigen Vorzeigeagentur neues Leben einzuhauchen. Seit knapp einem Jahr führt der gebürtige Türke dort die Geschäfte. Seit Mai trägt er als Chief Executive Officer (CEO) die alleinige Verantwortung. Jetzt legt er seine erste Erfolgsbilanz vor: Zehn neue Kunden hat er bereits an Land gezogen, und die meisten der Altkunden, zu denen Osram, Ebay und Commerzbank zählen, konnte er halten. Die Talfahrt scheint gestoppt.

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