Erfolgreiche Industriedynastie Haniel
Schweigen und Geld verdienen

Seit 250 Jahren gibt es die Industriedynastie Haniel - Welche Strategie lässt den Konzern so lange erfolgreich sein?

DUISBURG. Zwischen 250 Jahren Firmengeschichte liegen auf dem Firmengelände von Haniel nur wenige Schritte: 1756 startete das Unternehmen in Duisburg-Ruhrort mit einem Packhaus für Kolonialwaren. Noch heute steht der Ziegelsteinbau auf dem Firmengelände. Nicht weit davon entfernt glitzert die moderne Fassade der Haniel-Akademie, die Kaderschmiede des Familienunternehmens.

Am Franz-Haniel-Platz verschmelzen alt und neu. Von dort regiert eine der ältesten deutschen Industriedynastien über ein weit verzweigtes Unternehmensnetz; und dort feiert sie in diesen Tagen das 250. Firmenjubiläum.

Ein außergewöhnliches Alter, das nicht viele Firmen schaffen, selbst wenn sie in Familienhand sind. Haniel ist der stille Riese der deutschen Wirtschaft. Während sich die Öffentlichkeit täglich bis ins Detail mit börsennotierten Firmen beschäftigt, arbeitet man in Duisburg ohne viel Aufsehen, aber mit Erfolg: 24,3 Mrd. Euro setzte die Franz Haniel & Cie. GmbH 2004 um, der Nettogewinn stieg um 39 Prozent auf 562 Mill. Euro.

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Wie schafft Haniel das? Typische Familienfirmen machen vieles anders als börsennotierte Konzerne. Bei ihnen ist das Schicksal der Familie eng mit dem des Unternehmens verknüpft. Es gilt, das Familienvermögen langfristig zu sichern. Deswegen streuen typische große Familienkonzerne das Risiko und setzen auf Diversifikation.

Haniel geht dabei noch weiter: Der Konzern klebt nicht an seinen Geschäften. Immer wieder hat er sich von Bereichen des Kernunternehmens getrennt und sein Geld in neue, wachstumsträchtige Märkte gesteckt. Das aktuellste Beispiel: Eckhard Cordes, neuer Haniel-Chef, verhandelt derzeit über den Verkauf einer der sechs Sparten des Duisburger Mischkonzerns. Dabei handelt es sich um die auf Sanierung von Brand- und Wasserschäden spezialisierte Tochtergesellschaft Belfor. Im Jahr 2004 erwirtschaftete Belfor mit rund 3 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 491 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr erzielte die Haniel-Tochter den höchsten Gewinn der Firmengeschichte. Dennoch: Auf lange Sicht, so kommentierte es ein Unternehmenssprecher, passe Belfor nicht ins Portfolio des Mischkonzerns.

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