Erfolgreiche Unternehmer
Alles für das eine große Ziel

Konzerne könnten von Mittelständlern eine Menge lernen. Denn erfolgreiche Markenartikler und Familienbetriebe kümmern sich weniger ums Kostensenken – dafür mehr um Kontinuität. Sie planen gezielt den nächsten Wachstumsschritt und achten auf kurze Entscheidungswege.

DÜSSELDORF. „Ich bin mit dem Herzen dabei“, bekennt Hubertine Underberg-Ruder. Eine so riesengroße Liebe zum eigenen Produkt und ein langfristiges Denken – das macht Unternehmen erfolgreich. Und das unterscheidet erfolgreiche, wachstumsstarke Unternehmen mit bis zu 1 000 Mitarbeitern von erfolglosen Firmen. Dies hat die Unternehmensberatung Management Engineers aus Düsseldorf herausgefunden. Die wichtigsten Ergebnisse ihrer Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt: Die Macher in solchen Firmen denken visionär. Sie beschäftigen sich intensiv mit langfristigen Zielen – und dafür weniger mit kurzfristigen Gewinnen.

Und: Anders als Großkonzerne diskutieren diese Champions nicht permanent über Kostensenkungen, sondern sie planen lieber gezielt den nächsten Wachstumsschritt. „Konzerne könnten von vielen Mittelständlern eine Menge lernen“, lautet das Fazit von Gerald Orendi, Direktor bei Management Engineers.

Zum Beispiel von Alfred Ritter, dem Hersteller der quadratischen Ritter-Sport-Schokolade. Ihm sind jene globalen Phantasien völlig fremd, denen sich angestellte Manager großer AGs gerne hingeben: „Ich sehe gar nicht ein, warum wir unbedingt ein Weltkonzern sein sollten“, so der Schokoladenbaron. Das bedeutet aber keineswegs, dass er nicht trotzdem ins Ausland expandieren will. Im Gegenteil: Gerade familiengeführte Unternehmen setzen noch stärker auf Wachstum als solche, an deren Spitze ein externer Manager steht, auch das ist ein Ergebnis der Studie.

Allerdings geschieht diese Expansion gezielt und kontrolliert. „Vor allem auf Regionalmärkten gibt es noch unausgeschöpfte Marktpotenziale, die kleinere Unternehmen mit ihren kurzen Entscheidungswegen schnell nutzen können“, beobachtet Gerald Orendi von Management Engineers.

Ritter hat das getan: Die Webseite des Schokoladenproduzenten gibt es in vier Sprachen, eine davon ist Russisch. „Osteuropa ist für uns sehr interessant. In den Jahren des Sozialismus war die Schokolade dort nicht besonders gut. Und unsere mögen die Russen“, erzählt Alfred Ritter. Typisch für diese Größe und Struktur ist an seiner Firma auch das Verhältnis zum eigenen Erzeugnis. „Familienunternehmer konzentrieren sich häufig ganz auf das Produkt, mit dem sie aufgewachsen sind“, sagt Gerald Orendi. Das daumendicke Schokoladenquadrat hatte sich seine Großmutter in den 30er-Jahren ausgedacht. Der Erfolg ihrer Nachfolger beruht darauf, dass sie die Form zur Marke erhoben und diese bis heute mit viel Liebe pflegen.

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