Erfolgsprämie
Karstadt-Krisenmanager kassiert mehr als 30 Millionen Euro

Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg musste rund 15 Monate verhandeln, bis er die Rettung des Konzerns verkünden konnte. Der Verkauf der Warenhauskette an den Investor Nicolas Berggruen ist für den Krisenmanager auch ein persönlicher Erfolg - er kassiert über 30 Millionen Euro für seine Arbeit.
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HB FRANKFURT. Das glückliche Ende einer der größten Firmenpleiten in Deutschland bringt dem Insolvenzverwalter von Karstadt über 30 Mio. Euro. Laut einer Reuters vorliegenden Verfügung des Amtsgerichts Essen bekommt Klaus Hubert Görg für die Abwicklung des Verfahrens wie beantragt 32,3 Mio. Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Görgs Sprecher bestätigte am Donnerstag die Summe.

Görg hatte Karstadt 15 Monate mit einem Team von rund 20 Insolvenzanwälten verwaltet und nach einem Tauziehen mit Gläubigern und Vermietern Ende September an den Investor Nicolas Berggruen verkauft.

Görg hatte in einem Interview gesagt, die Insolvenzordnung hätte für das Mammut-Verfahren - seinen letzten großen Fall - auch ein Honorar von etwa 50 Mio. Euro gerechtfertigt. Er ist auch Insolvenzverwalter der Karstadt-Schwester Quelle, die derzeit abgewickelt wird, und des ehemaligen Mutterkonzerns Arcandor. Diese Verfahren dürften sich aber noch Jahre hinziehen. Der Insolvenzverwalter wird aus der Insolvenzmasse bezahlt.

Insgesamt hat das Karstadt-Insolvenzverfahren nach Angaben von Görg rund 50 Mio. Euro gekostet. Die Mitglieder des Gläubigerausschusses, dem unter anderem Betriebsratschef Hellmut Patzelt angehört, erhalten für ihre 14 Sitzungen insgesamt je 178 000 Euro.

Kommentare zu " Erfolgsprämie: Karstadt-Krisenmanager kassiert mehr als 30 Millionen Euro"

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  • interessant wäre dann aber noch eine Abschätzung gewesen, wieviel von den über 30 Mio. wirklich als "Gewinn" bei Görg verbleiben und wieviel für die ganzen beteiligten drauf gehen. So eine Headline soll erstmal suggerieren "oh er kassiert 30 Mio. €", aber wenn man alle Kosten (Anwälte, berater etc.) die er begleichen muss, wieviel bleibt bei ihm wirklich übrig? Soviel Recherche wird man doch verlangen dürfen. Sonst taugt der Artikel nicht mehr, als die Plebejer zu erzürnen....

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