Eric Schmidt
Wenn der Apple mit dem Google

Zwei Riesen des IT-Geschäfts rücken zusammen: Googles Vorstandschef Eric Schmidt wird Mitglied des Verwaltungsrats beim Computerhersteller Apple. Nun wird Eric Schmidt zum Symbol des gemeinsamen Kampfs gegen Microsoft.

NEW YORK. Das gaben die Unternehmen am Dienstag nach New Yorker Börsenschluss bekannt.

Analysten sehen die überraschende Berufung als Zeichen für eine engere Zusammenarbeit der beiden Unternehmen. Die Hälfte des achtköpfigen Führungsgremiums bei Apple verfügt jetzt über persönliche Verbindungen zu Google. So sitzt Arthur Levinson, Chairman des Biotechkonzerns Genentech, in den Verwaltungsräten beider Unternehmen. Der frühere US-Vizepräsident Al Gore und Intuit-Chairman Bill Campbell gehören ebenfalls dem Apple-Board an und beraten auch Google.

„Es ist kein Wunder, dass sie zusammenrücken“, sagt Gene Munster, Analyst der Investmentgesellschaft Piper Jaffray: „Sie haben den gleichen Gegner.“ Gemeint ist damit der Softwareriese Microsoft. Sowohl Apple-Chef Steve Jobs als auch der 51-jährige Schmidt haben den größten Teil ihrer Karriere damit verbracht, den übermächtigen Rivalen zu attackieren.

Schmidt begann seine berufliche Karriere nach seinem Studium in Berkeley 1983 beim Softwareanbieter Sun Microsystems, einem der härtesten Konkurrenten von Microsoft. Der Computerfachmann war wesentlich an der Entwicklung der Programmiersprache Java beteiligt, die einst als Alternative zu den Standards von Microsoft gesehen wurde. 1997 übernahm Schmidt die Führung von Novell – wieder ein Microsoft-Rivale. Seit 2001 leitet Schmidt die Geschäfte der Suchmaschine Google, die sich mit Bill Gates’ Konzern einen Kampf um die Vorherrschaft im Internet liefert.

Und auch Apple hat schon immer mit Microsoft konkurriert: Beide bieten konkurrierende Betriebssysteme an. Lange sah es aus, als würde Apple vom übermächtigen Konkurrenten an die Wand gedrückt. Mit dem Musikspieler iPod und anderen Innovationen hat Jobs jedoch in den vergangenen Jahren die Nase vorn gehabt.

„Google ist wie Apple sehr innovativ, und wir denken, dass Erics Kenntnisse und Erfahrungen sehr wertvoll für uns sein können“, sagte Jobs zur Berufung von Schmidt. Experten erwarten, dass sich insbesondere bei der Werbung im Internet Möglichkeiten für eine Kooperation ergeben können. Apple verfügt mit der Musikseite I-Tunes über eine der am häufigsten besuchten Webseiten im Internet. Mit Hilfe des Werbespezialisten Google, heißt es an der Wall Street, ließe sich daraus eine weitere Einnahmequelle für beide Unternehmen erschließen.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%