Ermittlungen gegen Max von und zu Liechtenstein
Durchleuchtete Durchlaucht

Steuerfahnder nehmen Max von und zu Liechtenstein, den Chef der LGT-Group, ins Visier. Ob es zum Worst Case, sprich einem Verfahren vor einem deutschen Gericht kommt, ist derzeit nicht abzusehen. Am Stammsitz der LGT in der Herrengasse zu Vaduz nimmt man die Sache jedoch ernst.

GENF/FRANKFURT. Man kennt ihn als den Prinzen Tadellos: Max von und zu Liechtenstein, Herr der fürstlichen LGT-Group in Liechtenstein, dem winzigen Reich seiner fürstlichen Familie. Immer adrett, immer höflich, immer ein offenes Ohr, auch für die Belange seiner Untergebenen. Selbst der Skandal um deutsche Steuersünder wie Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, die mit Hilfe der LGT ihr Schwarzgeld „fürstlich investieren“ konnten, kratzte nur vorübergehend an Maxens Image. Jetzt aber steht der Ruf des weltgewandten Edelmannes auf dem Spiel. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 39-Jährigen wegen Steuerhinterziehung. Konkret lautet der Vorwurf an die Adresse des Prinzen, der in München mit seiner Gattin aus Panama und einem Sohn residiert: Max habe Summen, die er aus einer Familienstiftung bezog, nicht ordnungsgemäß dem Fiskus in Deutschland gemeldet. Das bestätigte die LGT.

Am Stammsitz der LGT in der Herrengasse zu Vaduz nimmt man die Sache ernst. „Wenn sich das als Problem erweisen sollte, ist das nicht gerade toll“, heißt es hinter vorgehaltener Hand zum Fall Max. „Es ist aber noch zu früh um über personelle Konsequenzen zu spekulieren, wir gehen davon aus, dass es nicht zum Worst Case kommt.“ Der Worst Case: Das wäre ein Verfahren vor einem deutschen Gericht gegen Max, den zweitgeborenen Sohn des Fürsten von Liechtenstein, Hans-Adam II. Womöglich könnte das Gericht eine empfindliche Geldstrafe verhängen. In schlimmen Fällen kommen Delinquenten sogar in Haft.

Ob Prinz Max eine solch unziemliche Angelegenheit als Vorstandschef der LGT-Group überleben könnte? Der Stiftungsrat der LGT Group Foundation ist ermächtigt, über das berufliche Schicksal des LGT-Chefs zu entscheiden. Als Präsident steht Prinz Philipp von und zu Liechtenstein dem Stiftungsrat vor – Prinz Philipp ist der Onkel des CEO Prinz Max. Letztlich aber bestimmt im Zwergstaat Fürst Hans-Adam II. Der würde seinen Spross nur widerwillig fallen lassen – sagen Kenner des milliardenschweren Adelsgeschlechts.

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