Ermittlungen in Dänemark
Phoenix-Prozess ausgesetzt

Der aktuelle Prozess im Betrugsfall Phoenix kam zu einem vorläufigen Stopp: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Anegklagten Claus Sch. nun in Dänemark. Claus Sch. soll von dort aus Anleger um beträchtliche Summen gebracht haben.

sos FRANKFURT. Im Betrugsfall Phoenix hat gestern das Landgericht Frankfurt den Prozess gegen den Kaufmann Claus Sch. vorerst auf Eis gelegt. Die Version der Anklage habe sich im Hauptverfahren nicht bestätigt, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Wiens. Die Staatsanwaltschaft hatte Sch. vorgeworfen, mehr als 1 800 Anleger aus Skandinavien um rund 200 Mio. Euro geprellt zu haben. Zu den Opfern gehören ein Spielzeughersteller und ein Möbelfabrikant, die die Pensionsrückstellungen für ihre Angestellten bei Phoenix investiert hatten. Der 60-Jährige soll von Kopenhagen aus die Dänemark-Geschäfte des inzwischen insolventen Optionshändlers geführt haben. Er akquirierte Kunden in Dänemark, das eingesammelte Geld landete in Frankfurt.

In Deutschland hatten 30 000 Anleger dem Vermögensverwalter Phoenix mehr als 600 Mill. Euro zu Spekulationszwecken anvertraut. Doch statt der versprochenen zweistelligen Rendite produzierte Phoenix Verluste. Chefhändler Michael Milde erfand daraufhin einfach Handelsgeschäfte. Provisionen und laufende Kosten zahlte er aus den Einzahlungen der Sparer. Nach einem tödlichen Flugzeugabsturz von Firmengründer Dieter Breitkreuz flog das Schneeballsystem auf. Im Juni wurde Ex-Chefhändler Milde wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Im April vergangenen Jahres klickten auch bei Sch. die Handschellen. Er stand unter dem dringenden Tatverdacht, gemeinsame Sache mit den Phoenix-Managern Breitkreuz und Milde gemacht zu haben. Vor drei Wochen aber entlastete Milde den Angeklagten vor Gericht. Sch. kam auf freien Fuß; die Staatsanwaltschaft will jetzt in Dänemark weiter ermitteln. Richter Wiens setzte die Hauptverhandlung auf unbestimmte Zeit aus.

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