Ermittlungen wegen Untreue
Neue Strafanzeige gegen alten KfW-Vorstand

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt prüft Ermittlungen wegen Untreue gegen die ehemalige KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier und einige ihrer Kollegen. Hintergrund ist eine Strafanzeige eines ehemaligen Mitarbeiters: Die Beschuldigten hätten bei der IKB-Rettung vorsätzlich das Vermögen der KfW geschädigt.

FRANKFURT. Die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen die ehemalige KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier, die Vorstände Günther Bräunig, Norbert Kloppenburg und Wolfgang Kroh sowie die Ex-Vorstände Detlev Leinberger und Peter Fleischer (AZ: 7550 Js 229923/09 WI).

Die Beschuldigten hätten nach Angaben eines ehemaligen Mitarbeiters vorsätzlich das Vermögen der KfW geschädigt, weil sie der IKB, an der sie einen Anteil von 37 Prozent hielt, Kreditzusagen in Milliardenhöhe gemacht habe, als die IKB durch Subprime-Geschäfte ins Straucheln geraten war. Risiken hätten die KfW-Verantwortlichen dabei nicht ordnungsgemäß geprüft, so die Vorwürfe.

Bankvorstände haben laut Kreditwesengesetz eine besondere Vermögensbetreuungspflicht. Verstoßen Sie vorsätzlich dagegen, indem sie zum Beispiel Risiken nicht genau genug prüfen, machen Sie sich der Untreue schuldig.

Die IKB war im Juli 2007 nur knapp der Pleite entronnen, nachdem sie sich mit US-Ramschhypotheken (Subprime) verspekuliert hatte.

Die Beschuldigten hätten noch vor der Krise gewusst, dass die IKB rund 50 Prozent ihres Gewinns durch Geschäfte erzielt habe, die nicht zum normalen operativen Geschäft der IKB zu zählen waren und bei denen es sich in hohem Maße um Spekulationsgeschäfte außerhalb der Bilanz gehandelt hätte, heißt es in der Anzeige, die dem Handelsblatt vorliegt.

Dennoch hätten die Verantwortlichen bei der KfW für 8,1 Mrd. Euro Garantien abgegeben, mit denen die IKB bei ihren Zweckgesellschaften Rhinebridge und Rhineland Funding in der Kreide stand. 3,5 Mrd. Euro davon habe die KfW der IKB Anfang August zukommen lassen – alles ohne die Risiken ordnungsgemäß zu prüfen, so die Vorwürfe. Zudem habe der KfW-Vorstand die internen Risikoeinstufungen und Sicherungssysteme per Anweisung ausgehebelt. Die IKB sei deshalb im internen Rating der KfW stets als „performing“-Bank geführt worden und nicht als Sanierungsfall.

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