Ermittlungsverfahren wegen Babcock-Pleite eingestellt
Tui-Chef Frenzel entgeht Strafprozess

Das Ermittlungsverfahren gegen Michael Frenzel im Zusammenhang mit der Pleite des Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig ist eingestellt worden. Es kostet den Tui-Chef allerdings eine Stange Geld, sich nicht vor Gericht verantworten zu müssen.

HB HANNOVER. Das Verfahren gegen Frenzel und zwei Babcock-Manager wegen Beihilfe zur Untreue sei gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Mittwoch. Es sei nur von einer geringen Beteiligung dieser Personen auszugehen gewesen. Mit der Geldauflage sei dem öffentlichen Interesse Genüge getan. Der Tui-Chef zahle 750 000 Euro, die beiden anderen Manager 250 000 Euro.

Fortgeführt würden die Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue oder Beihilfe dazu allerdings gegen Tui-Finanzvorstand Rainer Feuerhake und den früheren Babcock-Chef Klaus Lederer.

Der Oberhausener Mischkonzern Babcock Borsig war 2002 in die Insolvenz gegangen und hatte mehrere Töchter mit in die Pleite gerissen. Die Hintergründe des Niedergangs sind bis heute nicht vollständig klar. Der Tui-Führung wurde vorgeworfen, sie habe im Zuge des Umbaus des früheren Preussag-Konzerns zum Reiseanbieter unrentable Töchter und Milliardenrisiken an Babcock weitergereicht und so die Pleite heraufbeschworen. Die Preussag sowie ihr langjähriger Hauptaktionär WestLB waren auch die wichtigsten Aktionäre von Babcock Borsig.

Tui betonte, die Einstellung gegen Geldauflage sei von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagen worden. Frenzel habe auf Bitten des Aufsichtsrates im Unternehmensinteresse zugestimmt. "Mit der Einstellung des Verfahrens ist keinerlei Schuldfeststellung verbunden", sagte ein Sprecher.

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