Erpresserbriefe
Morddrohungen gegen Maschmeyer

Erpresser nehmen Carsten Maschmeyer ins Visier. Sie drohen dem Finanzunternehmer sogar mit dem Tod - sollte er seine Klage gegen einen umstrittenen Investmentfonds nicht zurückziehen.
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DüsseldorfMit seiner Klage gegen den Investmentfonds „Sheridan“ hat Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sich offenbar Feinde gemacht. Wie die „Bild“ berichtete, sollen in den vergangenen drei Wochen zwei Drohbriefe an Maschmeyers Büro geschickt worden sein.

Darin fordern die Erpresser, dass Maschmeyer seine Klage seine Schadenersatzforderung zurücknehmen soll. Ansonsten werde er das Urteil nicht mehr erleben, heißt es weiter. Man wisse, wo er sich aufhalte und mit wem er sich treffe. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hannover bestätigte am Freitag den entsprechenden Bericht.

Maschmeyer klagt derzeit auf 14 Millionen Euro Schadenersatz. Die Schweizer Privatbank Sarasin hatte ihm ein 40-Millionen-Euro-Paket des umstrittenen Investmentfonds verkauft, doch bisher bekam Maschmeyer nur 26 Millionen wieder ausgezahlt. In einer eidesstattlichen Erklärung versicherte Maschmeyer, dass die Bank ihm eine Rendite von acht bis zehn Prozent in Aussicht gestellt habe. Im schlechtesten Fall müsse er einen Verlust von zwei Prozent hinnehmen.

Aus der Sicht von Maschmeyer liegt darum eine „vorsätzliche Täuschung“ bei der Beratung über das Investment in einen Fonds vor. Er wartet seit rund zweieinhalb Jahren auf die Rückzahlung von mehreren Millionen Euro.Zudem beklagt er gegenüber der Bank, dass der fragliche Fonds auf umstrittenen Dividenden-Stripping-Geschäften beruhe, die derzeit in mehreren Verfahren schon Gerichte beschäftigen. „Die Bank hat zugesichert, dass es sich um ein sicheres, seriöses und legales Geschäft handelt und verweigert seit Herbst 2011 die vollständige Auszahlung des Anlagebetrags.“

Dafür hatte sich Maschmeyer auch mit anderen Anlegern verbündet. „Die Anwälte der Geschädigten arbeiten jetzt in dem Fall zusammen und tauschen Dokumente aus“, sagte Maschmeyer dem Handelsblatt. Es ginge um ein Anlagevolumen von rund 300 Millionen Euro verteilt auf rund 50 Kunden.

Von den Drohungen will sich Maschmeyers nach Informationen der „Bild“ nicht einschüchtern lassen, er wolle an der Klage festhalten, heißt es aus seinem Umfeld. Außerdem wurde die Sicherheit verstärkt: Maschmayer und seine Familie werden nun rund um die Uhr bewacht.

Kommentare zu " Erpresserbriefe: Morddrohungen gegen Maschmeyer"

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  • wenn ein betrüger an einen Betrüger gerät, dann gerät alles ausser Kontrolle. mein Bedauern hält sich dabei aber sowas von in grenzen.

  • Da ist der Maschmeyer wohl einer Betrügerbank aufgesessen. Schließlich wimmelt es im Netz vor Warnungen der Bank Sarasin. Wer sich mit denen einlässt ist selber Schuld.

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