Erster Nicht-Japaner
Toyota holt Amerikaner in den Vorstand

James Press wird als erster Nicht-Japaner Vorstandsmitglied des japanischen Autobauers Toyota. Der 60jährige US-Amerikaner bleibt zugleich Präsident von Toyota in Nordamerika. Eine Hauptversammlung im Juni muss seine Ernennung noch bestätigen. Schon jetzt gilt sein Aufstieg als Anzeichen für die Internationalisierung des Autokonzerns.

fmk TOKIO. Als konservatives japanisches Unternehmen teilten bisher nur Japaner die Top-Führungsrollen in der Zentrale unter sich auf. Die Globalisierung des nach Absatz weltweit zweitgrößten Autoherstellers beschränkte sich auf Produktion und Vertrieb. Der operative Chef des Nordamerikageschäfts, Yukitoshi Funo, ist bisher das einzige Vorstandsmitglied aus den USA, obwohl Toyota in der Region derzeit 35 Prozent seiner Fahrzeuge absetzt. Funo sagte 2006, dass sich sein Unternehmen in den USA stärker verwurzeln und amerikanischer werden müsse. Dies hängt auch damit zusammen, dass Toyota in den USA politischer Gegenwind droht – weil die Japaner erfolgreicher sind als die einheimische Konkurrenz, ihren eigenen Markt aber angeblich abschotten.

Press gilt aber auch als Manager, der durch seine jahrzehntelange Tätigkeit für Toyota etwas japanisch geworden ist. Bescheiden teilte er mit, er werde sich bemühen, ein gutes „oberstes Vorbild“ für die Mitarbeiter zu sein. Damit könne er es anderen bei Toyota ermöglichen, die Bedeutung des Unternehmens auszuweiten. Führen durch Beispiel ist ein Teil der Management-Philosophie von Toyota.

Ein anderer Teil des „Toyota-Wegs“ ist das sorgfältige Aufbauen von Führungspersonal. Nach ersten Erfahrungen bei Ford kam Press 1970 zum US-Vertriebsarm von Toyota. Bei Toyota Motor Sales (TMS) stieg er bis 2005 zum Präsidenten auf. Während Press hohe Führungsämter bei TMS bekleidete, stieg der Marktanteil von weniger als zehn auf über 13 Prozent. Mitte 2006 wurde er Herr über das gesamte Nordamerikageschäft, also die Dachorganisation Toyota North America, unter der neben dem Vertrieb auch Entwicklung und Produktion angesiedelt sind.

Im Nordamerikageschäft soll Press, wie er allgemein genannt wird, den Einstieg in die Entwicklung größerer und schwererer Autos vorangetrieben haben, um den Geschmack der Amerikaner besser zu treffen. Jüngstes Ergebnis ist die Einführung des vor Ort hergestellten Toyota Tundra, den Werbefilme als uramerikanisches Auto mit einem Brandzeichen aus Texas darstellen.

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