Erstes Unternehmergymnasium gegründet
Und nach der Schule in die Firma

Gehen in Niederbayern in ein paar Jahren Manager vom Schlage Reinhold Würths, Eberhard von Kuenheims oder Erivan Haubs durch das Schultor? Die Voraussetzungen dafür sind zumindest da. Denn in Pfarrkirchen östlich von München startet das erste Unternehmergymnasium: Schüler sollen Managen lernen – von Führungskräften.

„Das kann schon sein, dass hier bald solche Größen entstehen“, frohlockt Hans Lindner, Vorstandsvorsitzender der Lindner AG. So wie er sieht es auch Bundespräsident Horst Köhler: Tugenden wie Unternehmergeist und Leistungsbereitschaft müssen in Deutschland mehr gefördert werden. Lindner selbst hat es vorgemacht: Am Anfang der Lindner AG standen vor 41 Jahren zwei Mann, eine Idee und der Wille zur Leistung. Daraus wurde inzwischen ein Unternehmen für Innenausbau mit 4 000 Mitarbeitern, das weltweit tätig ist.

Deshalb gefiel Lindner auch die Idee von Schulleiter Peter Brendel so gut, als der vor knapp einem Jahr Lindner ein ungewöhnliches Projekt vorstellte: Mit Hilfe der Wirtschaft wollte er ein Unternehmergymnasium aufbauen und Talente fördern, so Brendels damaliger Vorschlag. Vorbild seien die Sport- oder Musikgymnasien, die gezielt auf die Begabungen einzelner Schüler eingehen. Für Wirtschaft gibt es so etwas in Deutschland bislang nicht. Bislang. Doch Unternehmensgründer Lindner reagierte prompt und übernahm die Schirmherrschaft für das Projekt in Pfarrkirchen, das 130 Kilometer von München entfernt liegt.

Dann ging alles ziemlich schnell. Noch diesen Monat öffnet das erste Unternehmergymnasium in Deutschland nun seine Pforten. Der 38-jährige Brendel ist ein Bayer, aber an seiner Sprache ist das nicht zu erkennen. In seinem Nadelstreifenanzug könnte er fast selbst als Manager durchgehen.

Und Berührungsängste mit der Wirtschaft hat er nicht: Als er mit zwei weiteren Wirtschaftslehrern seines Gymnasiums die Idee für die Unternehmerschmiede anstieß, ging er sofort auf die Suche nach Unternehmern, die bei seinem Projekt mitmachen wollten. Er fand in den folgenden Monaten 40 Unternehmen vom Mittelständler bis zum Großunternehmen wie die Wacker Chemie AG oder der Technikhersteller Knürr AG. Mehr Sponsoren sind willkommen, betont er. Mit manchem großen Markenartikler laufen bereits erste Gespräche, ob sie sich ebenfalls beteiligen wollen. Um wen es sich genau handelt, darf er noch nicht verraten. Das Konzept ist einfach: Neben dem Abitur am staatlichen Gymnasium mit Internat Pfarrkirchen werden sich die 40 Schüler – beworben hatten sich doppelt so viele – auf ihre Karrieren als Firmenchefs, Existenzgründer oder Führungskräfte vorbereiten (www.unternehmergymnasium.de).

Die Leute aus der Wirtschaft wollen helfen durch Patenschaften, Vorträge, Praktika und Unterricht, die sie den Zehntklässlern innerhalb eines Jahres vermitteln wollen: Theorie und Praxis der Unternehmensführung. Die Schüler bekommen einmal pro Woche ein Coaching in Finanzplanung, Steuerrecht oder Marketing. Und: „Vor allem in ihrer Persönlichkeitsentwicklung wollen wir die Schüler fördern, damit sie später als Manager oder Unternehmer bestehen“, erläutert Brendel.

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