Erwin Müller: Schwarzgeldverdacht gegen Drogeriemarktkönig

Erwin Müller
Schwarzgeldverdacht gegen Drogeriemarktkönig

Einem Memo des Privatbankiers Eric Sarasin zufolge hat sich Drogerieketten-Chef Erwin Müller selbst bei den deutschen Steuerbehörden angezeigt. Bei der Anzeige sollen jedoch über ein Dutzend Konten gefehlt haben.
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DüsseldorfErwin Müller, der 82-jährige Gründer und Geschäftsführer der gleichnamigen Drogeriemarktkette, steht nach Informationen des Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) im Verdacht, Steuern hinterzogen zu haben. Aus einem Memorandum des ehemaligen Vizechefs der Schweizer Privatbank Sarasin, Eric Sarasin, geht hervor, dass Müller im Januar 2010 nach Zürich reiste, um seine Vermögensverhältnisse zu klären. „Herr Müller hat sich entschieden, bezüglich seines nicht deklarierten Vermögens bei unserer Bank eine Selbstanzeige bei den deutschen Steuerbehörden zu machen“, steht in der Notiz, die Eric Sarasin, bis Ende 2014 Vizechef der Bank, an den Leiter der Rechtsabteilung schrieb.

Aus dem Memorandum geht hervor, dass Anfang 2010 fünf Mitarbeiter der Bank damit beschäftigt waren, die notwendigen Unterlagen für eine Selbstanzeige zusammenzustellen. Diese hätten sie dann Müller übergeben, der sie an seinen Steueranwalt bei einer Kanzlei in Stuttgart weitergereicht habe. Dort sei die Selbstanzeige angefertigt worden. Allerdings gebe es einen schweren Mangel. „Es ist wichtig zu beachten, dass Herr Müller keine vollständige Selbstanzeige machte, sondern nur eine teilweise“, schrieb Eric Sarasin. Dann folgt ein Hinweis, wo weitere Unterlagen zu finden seien.

Weder Müller noch die Bank Sarasin wollten auf Nachfrage des Handelsblatt Stellung nehmen. Die Bank verwies auf das Schweizer Bankgeheimnis. Eine Sprecherin der Unternehmensgruppe Müller sagte, sie spreche nur für das Unternehmen selbst. Ein Anwalt von Müller sagte, er habe keine Zeit für solche Anfragen. Nach Informationen des Handelsblatt aus Bankkreisen sollen in der Selbstanzeige nur einige wenige Konten von Müller bei der Bank Sarasin angegeben gewesen sein. Mehr als ein Dutzend dagegen hätten gefehlt.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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