Es ist ziemlich egal, wie der Keks klingt, solange er schmeckt
Innovation muss dem Kunden nutzen

Einerseits stecken Unternehmen viel Geld in Entwicklungen, die sich nicht auszahlen. Andererseits sind sie mit ihrem Innovationsmanagement unzufrieden. Eine Studie warnt vor Neuerungen, die keiner braucht.

Wäre es nicht praktisch, wenn Ihr Auto von selbst den Fahrersitz einstellt, wenn Sie den Schlüssel ins Schloss stecken? Stören würde diese Zusatzfunktion wohl keinen. Ein echter Grund, ausgerechnet einen Mercedes zu kaufen, ist die so genannte Schlüsselmemory aber sicher nicht.

Das Problem: Bessere Ideen, um Kunden zu gewinnen, sind derzeit in Deutschland Mangelware. Nur eines von drei Unternehmen schafft es, mit Innovationen breite Kundensegmente neu zu erobern oder höhere Preise durchzusetzen. Der Umsatzanteil der Innovationen am Betriebsergebnis beträgt bei den meisten deutschen Firmen maximal 10 bis 15 Prozent. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Untersuchung zum Thema Innovationsmanagement, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Unternehmensberatung MSU Consulting in Bad Homburg befragte dazu unter der wissenschaftlichen Aufsicht der französischen Business School Insead in Fontainebleau Top Manager der 1 750 umsatzstärksten deutschen Unternehmen.

„Es liegt einiges im Argen. Nur jedes zweite Unternehmen ist mit seinem Innovationsmanagement zufrieden“, sagt Rafael Parra Mora, Berater bei MSU. Auf dem Papier messen so gut wie alle Unternehmen dem Thema zwar strategische Bedeutung bei. Zu Recht, denn etliche Firmen treten derzeit auf der Stelle. Die klassischen Hebel zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung sind oft ausgereizt. Wer mehr Geld verdienen will, braucht neue Produkte oder Dienstleistungen.

Systematisch erfolgreiche Produkte zu entwickeln, fällt den meisten Unternehmen aber schwer. „Alle versuchen es, nur wenigen gelingt es“, beobachtet Parra Mora. Nur in jedem zweiten Unternehmen finden sich klare Zielvorgaben, feste Prozesse und eindeutige Verantwortlichkeiten über den Produktlebenszyklus hinweg. Schlimmer noch: Nur die Hälfte der Unternehmen prüft nach, ob eine Innovation überhaupt erfolgreich ist und vom Kunden angenommen wird.

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