Esch meidet die Öffentlichkeit
Der unheimliche Bau-Herr

Josef Esch verwaltet das Vermögen der Superreichen dieser Republik. Wer aber ist der Mann mit den engen Kontakten zu Sal. Oppenheim und jetzt auch Karstadt? Eine Handelsblatt-Reportage.

HB KÖLN. Kölns beste Gesellschaft ist da: der hünenhafte Verleger, Alfred Neven DuMont. Der jüngere Bankerbe Christopher Freiherr von Oppenheim und der ältere Bankerbe, Matthias Graf von Krockow, auch der Pferdezüchter Georg Baron von Ullmann, Zigarre rauchend. Fast alle sind sie braun gebrannt, tragen Gel in ihren Haaren. Nur einer will nicht recht passen in die Riege der gestylten Männer, die vor Tagen Richtfest der neuen Kölner Messe feiern. Dieser Mann ist ein bisschen vollschlank, der blaue Anzug spannt an den Schultern. Er hat riesige Hände, mit denen schlägt er dem Chef von Europas größter Privatbank derart auf den Rücken, dass man gar nicht weiß, wer hier eigentlich der Chef ist.

Der Mann mit den großen Händen ist fast kahl rasiert, er hat einen Stiernacken und hat das Fest erst ermöglicht. Das Büfett aber ist noch nicht eröffnet, da verschwindet er schon mit seinem Bodyguard in einem schwarzen BMW. Dessen Scheiben sind natürlich schwarz getönt. Denn wenn dieser Mann etwas meidet, dann zu viel Öffentlichkeit.

Es ist dies die Geschichte des Josef Esch, geboren am 8. Oktober 1956, erst Maurer, dann Kaufmann, heute einer der ganz großen Immobilienentwickler der Republik. Zusammen mit den feinen Privatbankiers des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim betreut Esch ein Vermögen von „mehreren Milliarden Euro“. Zu seinen Kunden gehören die wirklich Reichen:die Nevens und Werhahns, die Zanders und Murmanns, die Riegels und Leisler Kieps. Und jetzt ist er auch noch dran, sein Netz über Karstadt zu werfen.

Doch wer ist eigentlich dieser Mann, dem Adel und Geldadel ihr Vermögen anvertrauen? Der dem Land stetig neue Kaufhäuser, Sporthallen und Gewerbeparks schenkt? Von Esch selbst ist bei der Lösung dieser Fragen keine Mithilfe zu erwarten. Er gibt „keine Interviews“, Fragen lässt er über einen Bonner Rechtsanwalt einsilbig beantworten.

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