Esther und Alicia Koplowitz
Die zielstrebigen Schwestern

Sie sind schön, sie sind reich, sie sind Schwestern und sie sind clever genug, um einen guten Rat nicht auszuschlagen. Die schwarzhaarige 56-jährige Esther Koplowitz und die 54-jährige braunhaarige Alicia Koplowitz haben nur ein Ziel vor Augen: ihr Geld zu vermehren und das möglichst diskret.

MADRID. Geschickt haben Esther und Alicia Koplowitz um ihr jeweiliges Beteiligungsimperium wohltätige Stiftungen aufgebaut, um nicht als das abgestempelt zu werden, was sie eigentlich sind: die reichsten Frauen Spaniens.

Alicia Koplowitz rangiert mit einem Vermögen von fünf Milliarden US-Dollar auf Platz 158 des Forbes-Ranking, ihre Schwester Esther kommt mit 5,6 Milliarden US-Dollar sogar auf Platz 137. Drei Jahre zuvor kamen sie gemäß Forbes gerade mal auf weniger als die Hälfte dieses Betrages. Sie haben dafür nicht nur hart gearbeitet, ihre geschickten Beteiligungsschachzüge beeinflussen auch die spanische Wirtschaft. Doch weil sie keine Interviews geben und auch sonst bei ihren Firmen eher im Hintergrund agieren, wissen nur wenige Spanier, dass die Schwestern mehr als nur schön sind.

Beide sind nicht nur Trägerin des spanischen Verdienstkreuzes, la Gran Cruz de la Orden del Mérito Civil, verliehen im Jahr 2001 (Esther) und 2003 (Alicia) vom damaligen Premier José María Aznar, der die „gesellschaftliche und soziale Verantwortung“ der mehrfachen Mütter und Aristokratinnen schätzte. Die Schwestern haben auch ein hartes Schicksal hinter sich, was sie schnell gelehrt hat, in Geldsachen Eigeninitiative zu übernehmen und die Verantwortung trotz guter Berater nicht aus der Hand zu geben.

Im Jahr 1962 verstirbt ihr Vater, Ernesto Koplowitz, der vor den Nazis von Deutschland nach Spanien flüchtete und dort ein Bauunternehmen gründete. Nur sechs Jahre später verlieren die Mädchen ihre Mutter, Esther Romero de Juseu y Armenteros – eine reiche kubanische Adlige. Ein Freund der Familie und Gründer des spanischen Kaufhauses El Corte Inglés, Ramón Areces, führt zunächst ab 1968 das Bauimperium der Koplowitz weiter. Die Mädchen heiraten früh und studieren Geisteswissenschaften und Bildende Künste. Beide bekommen dann erst einmal Kinder und nehmen zunächst nur aus dem Hintergrund Einfluss auf den Familienkonzern.

Ihre wohlhabenden und einflussreichen Ehemänner Alberto Cortina und Alberto Alcocer machen den Konzern derweil zu einer der erfolgreichsten Baufirmen des Landes, überwerfen sich jedoch schließlich mit dem bereits betagten Areces. Beide Ehen werden Ende der 80er-Jahre auf Wunsch der Frauen geschieden. Wenig später stirbt Areces. Esther und Alicia Koplowitz besorgen sich gute Berater und nehmen ihr Schicksal fortan selbst in die Hand.

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