EU
Jürgen Thumann wird EU-Lobbyist

Der einstige Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) wird zu einem der wichtigsten Lobbyisten bei der EU. Jürgen Thuman soll zukünftig die Interessen von Unternehmen und Arbeitgebern bei der Europäischen Union in Brüssel vertreten.

HB BRÜSSEL. Der ehemalige Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, bewegt sich bald auf europäischem Parkett. Von diesem Mittwoch an (1. Juli) vertritt Thuman als Präsident des Dachverbands „Businesseurope“ die Interessen von Unternehmen und Arbeitgebern bei der Europäischen Union in Brüssel. Als Sprachrohr von 40 europäischen Verbänden aus 34 Ländern, darunter dem BDI, wird Thumann damit einer der wichtigsten Lobbyisten bei der EU.

Er werde sich für einen „intensiven Dialog mit den EU-Politikern“ einsetzen, sagte Thumann jüngst bei einem Vorstellungstermin in Brüssel. Er wurde einstimmig auf zwei Jahre gewählt und folgt auf den Franzosen Ernest-Antoine Seillière.

Als Eigentümer eines Düsseldorfer Familienbetriebs ist der 67-Jährige ein Unternehmer alter Schule. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er mit 19 Jahren den Betrieb. Als Präsident des BDI repräsentierte er innerhalb des Verbands Deutschlands wichtigen Mittelstand. Seine zweite Amtszeit lief Ende vergangenen Jahres aus. Nachfolger wurde Hans-Peter Keitel.

Als Industriepräsident war Thumann nicht unumstritten. Ihm misslang die Suche nach einem Nachfolger des langjährigen BDI-Hauptgeschäftsführers Ludolf von Wartenberg im ersten Anlauf. Zudem gab es wiederholt Debatten über eine letztlich gescheiterte Fusion mit dem Arbeitgeberverband BDA.

Der scheidende Businesseurope-Chef Seillière lobte Thumann als erfahrenen Unternehmer. „Wenn er etwas sagt, dann ist das eindeutig und kann auch weh tun“, sagte der Franzose. Thumann selbst beschrieb sich einmal in einem Fragebogen des Magazins „Focus“ als „ausdauernd und westfälisch sturköpfig“. Thumann wurde im nordrhein-westfälischen Schwelm geboren.

Der Unternehmer ist ein großer Pferdefreund und entspannt sich am besten beim Ausreiten. Von 2001 bis 2004 war Thumann Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Seit 2008 sitzt er im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp und seit 2006 im Vorstand des Deutschen Olympischen Sportbundes. Thumann ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

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