EU-Produkte in Großbritannien: „Der Brite kauft erst einmal das, was er möchte“

EU-Produkte in Großbritannien
Kommt nach dem Brexit der Auto-Boykott?

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„Der Brite kauft erst einmal das, was er möchte“

Einen Einbruch der Verkaufszahlen befürchtet der Verband der Automobilindustrie (VDA) nicht. „Die Vorstellung, die Briten sollten nur britische Produkte kaufen, ist kein Blick in die Zukunft“, sagte VDA-Sprecher Eckehart Rotter. Die Automobilindustrie sei ein Beispiel für internationale Arbeitsteilung. Daran sollte sich auch künftig nichts ändern.

Die Stimmung scheint bei manchen Unternehmen jedoch gedrückt. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) im Februar offenbarte eine gewisse Skepsis. Rund 40 Prozent von 1300 Firmen mit Engagement in Großbritannien gaben an, sie erwarteten schlechtere Geschäfte in naher Zukunft. Gründe könnten steigende Kostenbelastungen wie Zölle und Steuern sowie zusätzliche Bürokratie sein - verursacht durch den geplanten Brexit, wie der DIHK mitteilte.

Was das alltägliche Kaufverhalten der Briten betrifft, sieht die Kammer keinen Grund zur Sorge. „Der Brite kauft erst einmal das, was er möchte“, sagte DIHK-Geschäftsführer Ulrich Hoppe. Seiner Meinung nach gibt es „Ressentiments gegen die EU, aber keine Ressentiments gegen Europäer und europäische Produkte“.

Auch Unternehmen wie die Molkereikette Müller erwarten keinen Imageverlust durch den Brexit. Schon jetzt werden alle auf der Insel verkauften Lebensmittel von Müller aus britischer Milch hergestellt. „Wir glauben, dass unser Geschäftsmodell und umfangreiche Produktionspräsenz in Großbritannien uns einen Vorteil verschafft“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Das Bundeswirtschaftsministerium hält sich indes noch bedeckt, ob Initiativen in Zukunft ergriffen werden, um die deutschen Unternehmen auf der Insel zu unterstützen. „Verlässliche Rahmenbedingungen“ seien wichtig, aber: „Erst wenn die Staats- und Regierungschefs feststellen, dass hierbei ausreichender Fortschritt erzielt wurde, werden Gespräche über das zukünftige Verhältnis geführt“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Immerhin fantasieren die Briten noch von der Neuanschaffung von Autos. Das ist doch schon mal etwas! Bald könnte auch die Monatskarte für den Bus die Alternative für England sein.

  • Zahlreiche britische Automobilproduzenten!
    Lustich!!!

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