EU-Vergleichsstudie
Firmensteuern zweithöchste in Europa

Unternehmen zahlen in Deutschland effektiv die zweithöchsten Steuern innerhalb der Europäischen Union. Das hat das Forschungsinstitut ZEW herausgefunden. Die Experten warnen: Nicht nur die neuen Mitgliedsstaaten unterbieten Deutschland - auch traditionelle EU-Mitbewerber locken mit günstigeren Sätzen.

HB MANNHEIM. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) teilte am Dienstag mit, Gewinne von Kapitalgesellschaften seien in der Bundesrepublik im Jahr 2005 effektiv mit 36,0 Prozent belastet worden. Nur in Spanien habe diese - virtuelle - Steuerquote mit 36,1 Prozent noch etwas höher gelegen. Der Durchschnittswert der anderen EU-Staaten habe dagegen nur 23,7 Prozent betragen. Die niedrigste effektive Steuerbelastung ermittelten die Forscher in Zypern mit 9,7 Prozent.

Bei der geplanten Reform der Unternehmensbesteuerung habe Deutschland daher keine Zeit zu verlieren, mahnten die Experten. Selbst wenn die Niedrigsteuerstandorte der neuen Mitgliedstaaten außen vor bleiben: Standorte wie Österreich oder Skandinavien unterböten Deutschland bei den Unternehmenssteuern inzwischen um mehr als zehn Prozentpunkte. "Dadurch werden starke steuerliche Anreize zur Verlagerung von Unternehmen oder Gewinnen gesetzt", hieß es von Seiten des ZEW.

Verlierer der "deutschen Passivität" seien der deutsche Standort - und vor allem der deutsche Fiskus: Bei derartigen Belastungsunterschieden würden multinationale Unternehmen alle legalen Möglichkeiten nutzen, um Gewinne jenseits der deutschen Grenzen zu versteuern. Die ZEW-Berechnungen berücksichtigen neben den jeweiligen Steuertarifen unter anderem auch Abschreibungsvorschriften.

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