Euro-Zahlungsverkehrsraum
Sepa: Überweisung leicht gemacht

Ein halbes Jahr nach seinem Start ist der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa für die meisten Unternehmen noch Zukunftsmusik. Die Vorteile der neuen Verfahren seien für viele Unternehmen noch nicht ersichtlich. Nun hoffen die Banken auf den Start der Sepa-Lastschrift im November 2009.

FRANKFURT. Bei einer Umfrage der Investmentbank Dresdner Kleinwort unter größeren Unternehmen gaben 74 Prozent an, die am 28. Januar gestartete Sepa-Überweisung überhaupt noch nicht zu nutzen. Die übrigen Unternehmen verwenden Sepa vornehmlich beim Zahlungseingang. Nur neun Prozent nutzen Sepa bei Ein- wie Auszahlungen.

"Wir stellen bei vielen Kunden eine verständliche Zurückhaltung fest", sagt Manfred Fleckenstein, der bei der Dresdner Kleinwort das weltweite Cash-Management verantwortet. "Die Vorteile der neuen Verfahren zeichnen sich für die Unternehmen noch nicht deutlich genug ab." Bei kleinen Unternehmen ist die Rate der Sepa-Nutzer noch geringer. Doch auch unter den 104 größeren Unternehmen, die Dresdner Kleinwort befragte, gab die Hälfte an, sie planten eine Umstellung auf Sepa erst, wenn dies gesetzlich verpflichtend werde. Ob es für die nationalen Zahlungssysteme überhaupt so weit kommt, darüber wird aber noch diskutiert.

Die Zahl der Sepa-Überweisungen steige stetig, aber sehr moderat, sagt Helmut Sandkaulen, der bei der genossenschaftlichen WGZ Bank Bereichsleiter für den Zahlungsverkehr ist. "Wir schließen daraus, dass die Unternehmen, die sich bereits für Sepa entschieden haben, dies auch konsequent nutzen."

Dass es so gut wie keine Reklamationen bei den Sepa-Überweisungen gibt, werten die Banker als gutes Zeichen, dass bei den Unternehmen, die umgestellt haben, die Dinge reibungslos laufen. Bei grenzüberschreitenden Überweisungen im Sepa-Zahlungsverkehr sei die Fehlbuchungsquote deutlich niedriger als bei Auslandsüberweisungen über die nationalen Systeme, sagt Fleckenstein.

Vor allem für die Überweisung hoher Beträge ins Ausland werde die Sepa-Überweisung gerne genutzt, sagt Sandkaulen. Da seien die Gebühren dann auch niedriger. Aber die Mehrheit der kleinen Unternehmen hat den Großteil ihres Zahlungsverkehrs im Inland - und entsprechend derzeit noch nicht wirklich die Motivation umzustellen, zumal das bisherige deutsche System im europäischen Vergleich als gut entwickelt und kostengünstig gilt. So machen bei WGZ wie Dresdner Kleinwort Sepa-Überweisungen derzeit noch weniger als ein Prozent aller Überweisungen aus. Während sich viele kleine Unternehmen noch keine Gedanken gemacht haben über die Sepa-Umstellung, ist das Abwarten bei den großen Unternehmen eine bewusste Entscheidung.

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