Ex-Arcandor-Chef
Middelhoff fordert 120 Millionen Euro Schadenersatz

„Imageschäden“ und „enorme geschäftliche Schäden“: Thomas Middelhoff sieht seinen Ruf ramponiert. Deswegen will der Ex-Arcandor-Chef die Insolvenzverwalter des Konzerns zur Kasse bitten und klagt auf Schadenersatz.
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HagenDer frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, fordert von den Insolvenzverwaltern des Konzerns wegen angeblichen Rufmordes Schadenersatz in Millionenhöhe. Der Manager habe bereits Anfang Oktober beim Landgericht Hagen einen Mahnbescheid in Höhe von 120 Millionen Euro gegen Klaus Hubert Görg und Hans-Gerd Jauch beantragt, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Die Insolvenzverwalter hätten jedoch bereits Widerspruch eingelegt.

Middelhoff-Anwalt Winfried Holtermüller begründete die Millionenforderung mit den „Imageschäden“ und den „enormen geschäftlichen Schäden“, die Middelhoff durch das Vorgehen und die Äußerungen der beiden Insolvenzverwalter erlitten habe. Sie hatten Middelhoff und andere Arcandor-Manager unter anderem wegen angeblicher Managementfehler auf Schadenersatz in Höhe von 175 Millionen Euro verklagt.

Ein Sprecher der Insolvenzverwalter bestätigte den Eingang der Mahnbescheide. Görg und Jauch hätten jedoch fristgerecht dagegen Widerspruch eingelegt. Jauch sagte: „Wir handeln pflichtgemäß.“ Angesichts von bislang ergangenen Entscheidungen der Zivilgerichte in Schadenersatzprozessen gegen Middelhoff, in denen der Manager zur Zahlung an den Insolvenzverwalter verpflichtet worden sei, sehe man „einem Verfahren wegen angeblichen Rufmordes gelassen entgegen“. Middelhoff war gegen entsprechende Entscheidungen in Berufung gegangen.

Middelhoff-Anwalt Holtermüller kündigte an, das Verfahren nun zeitnah weiter vorantreiben zu wollen. Mit einer schnellen Entscheidung ist nicht zu rechnen. Das Verfahren könne, wenn es durch alle Instanzen gehe, drei bis vier Jahre dauern, sagte Holtermüller.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-Arcandor-Chef: Middelhoff fordert 120 Millionen Euro Schadenersatz "

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  • Wenn ich mich recht erinnere, war middelhoff doch derjenige, der alle immobilien in eine gesonderte gesellschaft geschoben hat, um dann karstadt mit horrenden Mieten in den Ruin zu treiben. karstadt mitarbeiter kämpfen schon lange voller verzweiflung um Ihre Arbeitsplätze, verzichten auf Weihnachtsgeld, nehmen Gehaltskürzungen hin, sind immer noch freundlich zu den kunden... Und der, der die Misere massgeblich verursacht hat, will jetzt noch Schadenersatz für die Wahrheit über sein Handeln? ach verkehrte welt. Wenn doch alle Karstadt Mitarbeiter soviel geld hätten um sich gerichtlich gegen den verlust ihrer beruflichen zukunft wehren zu können.

  • [...] Wann wachen wir endlich auf?

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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