Ex-Arcandor-Chef
Middelhoff verliert chinesischen Geschäftspartner

Die Verurteilung wegen Untreue und Steuerhinterziehung kommt Thomas Middelhoff noch teurer zu stehen: Durch diesen Reputationsverlust verliert der Ex-Arcandor-Chef einen wichtigen Geschäftspartner aus China.
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DüsseldorfWas als gemeinsames Medienunternehmen war, endete mit kargen Worten: Nach Handelsblatt-Informationen hat sich der chinesische Unternehmer Bruno Wu von gemeinsamen Geschäftsplänen mit dem Ex-Bertelsmann- und Arcandor-Chef Thomas Middelhoff verabschiedet. Grund für den Rückzieher Wus ist der Strafprozess vor dem Landgericht Essen, der für Middelhoff mit einer dreijährigen Haftstrafe endete.

Gegen das Urteil wegen Untreue und Steuerhinterziehung hat Middelhoff Revision eingelegt. Doch den Wu-Deal rettete das nicht. Der starke Reputationsverlust Middelhoffs mache ein gemeinsames Geschäft in China unmöglich, teilte Wu seinem Partner mit
Seit dem 31. März läuft vor dem Amtsgericht Bielefeld Middelhoffs vorläufiges Insolvenzverfahren. Insolvenzverwalter ist Thorsten Fuest. Unter den rund 50 Gläubigern sind Beraterlegende Roland Berger, Immobilienunternehmer Josef Esch sowie die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim.

Für Unmut unter den Gläubigern sorgt Middelhoffs luxuriöser Lebensstil. Handelsblatt-Recherchen zufolge hat Middelhoff noch im Frühjahr 2014, als bereits Millionenforderungen gegen ihn erhoben wurden, einen neuen Bentley geleast. Monatsrate: 3.383 Euro. Der Vertrag lief auf das Bielefelder Family Office „Middelhoff & Cie“. Den Bentley hat er laut Insidern zurückgebracht, doch das Autohaus verlange wegen der frühzeitigen Kündigung noch rund 60.000 Euro von der „Middelhoff & Cie“.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

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