Ex-Areva-Chefin
Lauvergeon soll EADS-Verwaltungsratschefin werden

In Frankreich nennt man sie auch „Atomic Anne“: Die Ex-Chefin des Atomkonzerns Areva soll mit Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet in den EADS-Verwaltungsrat einziehen – und dort vielleicht sogar den Chefposten übernehmen.
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ParisDie langjährige Chefin des französischen Atomkonzerns Areva, Anne Lauvergeon, soll offenbar neue Verwaltungsratsvorsitzende des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS werden. Die Personalie habe Präsident François Hollande bereits mit der Regierung in Berlin abgesprochen, berichtete die Zeitung "Journal du Dimanche". In Paris ließ die Regierung durchblicken, dass sie sich diese Lösung vorstellen könnte.

Fest steht, dass Lauvergeon zusammen mit dem ehemaligen Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, in den Verwaltungsrat einziehen soll. Diese Nominierungen bestätigte das Wirtschaftsministerium in Paris am Sonntagabend. Beide sollen dort den französischen Staat als Anteilseigner von EADS vertreten - vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionärsversammlung im März.

Das Ministerium äußerte sich jedoch nicht klar dazu, ob Lauvergeon auch Vorsitzende des Verwaltungsrates werden solle. Ressortchef Pierre Moscovici lobte am Montag allerdings die Qualitäten der 53-Jährigen: "Es scheint mir in der Tat, dass sie alle Qualitäten hat, um eine bedeutende Rolle bei EADS zu spielen: ihre Energie, ihre Industriekompetenzen", sagte er dem Radiosender France Info. Mit Berlin werde darüber gesprochen werden. Zugleich verwies er darauf, dass das "Gleichgewicht" zwischen Franzosen und Deutschen bei dem Airbus-Mutterunternehmen respektiert werden müsse.

Der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende Arnaud Lagardère will sich voraussichtlich bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung im März 2013 von dem Posten zurückziehen. Da EADS-Konzernchef Tom Enders ein Deutscher ist, wird der Verwaltungsratsvorsitz traditionell an einen Franzosen vergeben.

Die Bundesregierung wollte die Personalie am Montag nicht kommentieren. Vize-Regierungssprecher Georg Streiter wollte sich vor Journalisten auch nicht dazu äußern, ob für die deutsche Seite der Daimler-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff und der Ex-Chef des Arbeitgeberverbandes BDI, Hans-Peter Keitel, in das Gremium einziehen sollen.

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Lagardère und Daimler reduzieren Anteile

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