Ex-BP-Chef zu Glencore
Tony Hayward – Zurück im Club

Vor vier Jahren räumte Tony Hayward angesichts der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko den Chefsessel bei BP. Nun ist der Brite zurück im Geschäft – beim Rohstoffriesen Glencore. Dort übernimmt Hayward viel Verantwortung.
  • 1

LondonEs war mehr Flucht als Abschied: Überstürzt hatte Tony Hayward 2010 den Chefsessel des britischen Ölriesens BP räumen müssen, nachdem sich die Kritik am Krisenmanagement des Konzerns nach der verheerenden Ölkatastrophe wegen der Bohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko überschlagen hatte. Der Vorstandschef galt durch seine abwiegelnde Haltung angesichts der Katastrophe, die weite Teile des Golfs von Mexiko verschmutzte, als nicht mehr tragbar – besonders in den USA war die Kritik am Verhalten Haywards massiv.

Er hätte ihn längst gefeuert, zürnte seinerzeit US-Präsident Barack Obama. Doch das Desaster hat Hayward nicht dauerhaft geschadet. Knapp vier Jahre nach dem Unglück hat der Ex-Ölmanager eine neue Führungsrolle gefunden: Der Rohstoffkonzern Glencore-Xstrata berief den Briten am Donnerstag zum neuen Verwaltungsratsvorsitzenden, nachdem Hayward diese Aufgabe bereits kommissarisch übernommen hatte.

Willkommen zurück im Managementclub: für Hayward hat das Desaster der Deepwater Horizon, deren Nachfolgen BP noch heute belasten und mehr als 40 Milliarden Dollar gekostet haben, keinen dauerhaften Karriereknick zur Folge. Bereits seit 2011 sitzt der Ölmanager im Verwaltungsrat des Rohstoffriesens. Mit der Leitung des Verwaltungsrats des Unternehmens hat Hayward nun eine neue, reputierliche Aufgabe gefunden.

Hayward mit „vorbildlichen Führungsqualitäten“

Der Konzern, der erst im Sommer vergangenen Jahres durch die Fusion mit Xstrata entstanden war, ist ein Rohstoffgigant mit 100 Bergwerken, etwa 130.000 Mitarbeitern rund um den Globus und einer Ölsparte mit mehr Schiffen als die britische Marine. Das fusionierte Unternehmen ist der weltweit größte Exporteur von Kraftwerkskohle und der drittgrößte von Kupfer.

Der Ernennung des früheren BP-Chefs sei ein intensiver Suchprozess vorausgegangen, betonte Peter Grauer, Chef des Glencore-Nominationsausschusses. Hayward habe in den letzten zwölf Monaten vorbildliche Führungsqualitäten bewiesen, betonte Grauer. Im Glencore-Verwaltungsrat hatte der ehemalige BP-Mann die Aufgabe des Chairmans vor einem Jahr zunächst vorübergehend übernommen, nachdem Vorgänger John Bond nach einer Aktionärsrevolte zurückgetreten war. Der Brite sollte aber nach ursprünglichen Plänen nur so lange im Amt bleiben, bis ein permanenter Nachfolger gefunden ist. Der ist nun gefunden, nur das Hayward nun einfach Hayward ersetzt.

Kommentare zu " Ex-BP-Chef zu Glencore: Tony Hayward – Zurück im Club"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Verantwortung wird von solchen Leuten nur dann übernommen,wenn die Öffentlichkeit ihnen im Rücken sitzt und alle Verfehlungen aufdeckt.Und selbst dann wird geschmiert und erpresst was das Zeug hält.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%