Ex-Caja-Madrid-Chef Blesa
Staatsanwaltschaft beantragt Einstellung der Ermittlung

Die Ermittlungen rund um die Krise der Sparkassenkette Caja Madrid sind voller Überraschungen: Erst erlässt ein Richter Haftbefehl gegen den Ex-Chef. Nun beantragt die Staatsanwaltschaft, den Fall zu den Akten zu legen.
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MadridÜberraschung bei den Ermittlungen der spanischen Justiz gegen den Ex-Chef der Sparkassenkette Caja Madrid: Die Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung des Haftbefehls gegen den Bankier Miguel Blesa beantragt, der von 1996 bis 2010 an der Spitze des viertgrößten Geldhauses Spaniens gestanden hatte. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe am Sonntag unter Berufung auf Justizkreise berichtete, verlangte die Behörde ferner, die Ermittlungen einzustellen und den Fall zu den Akten zu legen.

Blesa war am vergangenen Donnerstag wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Übernahme einer US-Bank in Untersuchungshaft genommen und einen Tag später gegen eine Kaution von 2,5 Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft war gegen eine Inhaftierung von Blesa gewesen. Sie begründete ihren Antrag damit, dass es keine ausreichenden Indizien für ein Ermittlungsverfahren gebe und das Vorgehen des Ermittlungsrichters nicht den Gesetzen entsprochen habe.

Über den Antrag der Staatsanwaltschaft muss das Madrider Landgericht entscheiden. Der Ermittlungsrichter Elpidio José Silva legt dem 65-jährigen Bankier zur Last, bei der Übernahme der amerikanischen City National Bank of Florida durch die Caja Madrid einen völlig überhöhten Preis gezahlt und die Sparkassenkette in den Ruin getrieben zu haben. Blesa wies demgegenüber darauf hin, dass er die Übernahme nicht allein entschieden, sondern der Verwaltungsrat der Sparkasse den Deal einstimmig gebilligt habe.

Im Fall Blesa hatte es schon vorher eine Reihe überraschender Wendungen gegeben. Die Ermittlungen waren im Januar 2010 wegen eines umstrittenen Kredits von Caja Madrid an den maroden Reisekonzern Marsans aufgenommen worden. Ende 2010 wurden sie wegen mangelnder Beweise eingestellt, im Juni 2012 aber neu aufgenommen.

Der Richter Silva erklärte sich jedoch für nicht zuständig. Er wollte den Fall an den übergeordneten Nationalen Gerichtshof abtreten, der wegen der Krise der Großbank Bankia ermittelte, die aus Caja Madrid und anderen Sparkassen hervorgegangen war. Der Gerichtshof gab das Verfahren jedoch an Silva zurück. In der vorigen Woche weitete der Richter seine Ermittlungen überraschend auf die Übernahme der City National Bank of Florida aus und ordnete Untersuchungshaft gegen Blesa an.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ex-Caja-Madrid-Chef Blesa: Staatsanwaltschaft beantragt Einstellung der Ermittlung"

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  • Was ist daran überraschend?

    Die Staatsanwaltschaft wollte ermitteln und wurde zurückgepfiffen von denen die das Sagen haben.

    Ist in Spanien die Staatsanwaltschaft auch weisungsgebunden wie in der Bananenrepublik Deutschland? (glauben Sie nicht? Prüfen Sie's nach!)

  • Zum abschmieren haben diese Jungs immer noch Kohle, na ja ich gebe zu, die haben ja auch genug abgezockt.

  • Die Ermittlungen rund um die Krise der Sparkassenkette Caja Madrid sind voller Überraschungen...
    was sagt das dem aufgewachten Bürger ?
    Der einflußreiche Arm der Kabale wird immer offensichtlicher.
    Die Verzweiflung über die schwindende Macht muß schon recht groß sein. An Ihren Taten werdet ihr sie erkennen.

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