Ex-EnBW-Chef
Verteidiger fordert Freispruch für Claassen

Im Korruptionsprozess gegen den ehemaligen EnBW-Chef Utz Claassen wegen der WM-Ticket-Affäre hat die Verteidigung die Staatsanwaltschaft massiv kritisiert und einen Freispruch gefordert. Die Einladung der Minister habe keinen korruptiven Hintergund gehabt, sagte der Anwalt. Doch das Gericht will sich erst am Mittwoch äußern.

HB KARLSRUHE. Im Prozess um die mutmaßliche Bestechung von Politikern hat die Verteidigung des angeklagten früheren Chefs des Energieversorgers EnBW, Utz Claassen, Freispruch gefordert. Die Einladung von sechs Ministern aus Baden-Württemberg und eines Staatssekretärs des Bundes zu Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 habe keinen korruptiven Hintergrund gehabt, sagte Claassens Anwalt Steffen Stein am Dienstag vor dem Landgericht Karlsruhe. "Es ging um Gesprächskontakte, Begegnungen, in Klammern Kommunikationsplattform."

Die Staatsanwaltschaft wirft Claassen Vorteilsgewährung in sieben Fällen vor und fordert eine Gesamtstrafe von 450 000 Euro. Mit der von der Anklage verlangten Verurteilung zu 90 Tagessätzen zu je 5000 Euro wäre Claassen nicht vorbestraft. Das Gericht will am Mittwoch das Urteil verkünden.

Claassen beteuerte in seinem Schlusswort erneut seine Unschuld. "Niemand wollte mit der Weihnachtskartenaktion 2005 etwas Unrechtes tun", sagte er. Die Gutscheine für die begehrten Eintrittskarten zur Fußball-WM im vergangenen Jahr in Deutschland hatte der frühere EnBW-Chef mit der Weihnachtspost 2005 verschickt.

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