Ex-Henkel-Managerin
Tina Müller wird Marketing-Chefin bei Opel

Das Personalkarussell bei Opel dreht sich weiter. In nur gut 18 Monaten tauscht der Autobauer den Vorstand fast komplett aus. Sedran geht, von Henkel kommt Tina Müller. Sie soll die Marke Opel wieder attraktiv machen.
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RüsselsheimDie frühere Henkel-Managerin Tina Müller soll das angekratzte Image des Autobauers Opel aufpolieren. Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG hat die 44-jährige Marketingexpertin am Mittwoch mit Wirkung zum 1. August zum Vorstandsmitglied ernannt, wie das Unternehmen in Rüsselsheim mitteilte. Sie übernimmt das Ressort Marketing von Duncan Aldred (43), der kommissarischer Vize-Präsident von General Motors Europa (GME) für Vertrieb und Kundendienst sowie Chef der britischen Schwestermarke Vauxhall bleibt.

Gleichzeitig verlässt der frühere Opel-Interims-Chef und bisherige Strategievorstand Thomas Sedran Opel und wechselt zum 1. Juli innerhalb des GM-Konzerns zu Chevrolet Europa. Wie zu hören ist, soll der 48-Jährige als Präsident von Chevrolet die GM-Massenmarke wieder zurück auf die Erfolgsspur bringen, nachdem Chevy zuletzt in Europa Marktanteile einbüßte: Während der Absatz von Opel und Vauxhall in Westeuropa von Januar bis Mai um 6,7 Prozent zurückging, schmolz der Chevrolet-Verkauf um mehr als 31 Prozent.

Sedran gilt als Vertrauter von Opel-Aufsichtsratschef und GM-Vize Steve Girsky. Vorgängerin Susan Docherty hatte vergangene Woche das Handtuch geworfen. Einen neuen Strategievorstand bei Opel wird es nicht geben.

Müller soll die weltweite Vermarktung von Opel, Vauxhall (Großbritannien) und Buick (vor allem China) verantworten. Der Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann erwartet entscheidende Impulse von ihr: „Die neue Funktion des Chief Marketing Officer im Vorstand und die Trennung von Marketing und Vertrieb zeigen die hohe Bedeutung, die wir dem Thema Markenführung beimessen. Wir werden der Marke wieder den Glanz verleihen, den sie verdient.“ Opel sei der erste Autobauer, der die Bereiche trenne, und der einzige weltweit, der mit Müller und Webber gleich zwei Frauen im Vorstand hat.

In einem Brief an die Mitarbeiter betonte Neumann am Mittwoch: „Wir alle wissen, dass die Belebung und Verjüngung unserer Marke eine entscheidende Voraussetzung für die Rückkehr zu alter Stärke ist. Daher wollten wir ein klares Signal setzen, dass dieses strategische Ziel für uns oberste Priorität hat.“ Müller werde eine entscheidende Rolle bei der Profilierung und Emotionalisierung der Marke Opel/Vauxhall spielen.

Mit dieser Rochade hat Opel seit Anfang 2012 bis auf Susanna Webber, die für Einkauf und Logistik verantwortlich zeichnet, den kompletten Vorstand ausgetauscht. Erst im Mai war Ulrich Schumacher zum Personalvorstand aufgerückt, Karl-Thomas Neumann ist seit März Vorstandsvorsitzender. 2012 kamen Michael F. Ableson (Technik), Michael Lohscheller (Finanzen), Peter Thom (Fertigung) und Johan Willems (Kommunikation). „Mit der Aufstellung unseres Führungsteams weiß ich GM in Europa und vor allem Opel/Vauxhall bestens gerüstet für die vor uns liegende Wegstrecke“, sagte Neumann. Der defizitäre Autobauer will spätestens 2016 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Ursprünglich wollte Müller von Henkel in den Vorstand der konkurrierenden Beiersdorf AG wechseln. Wegen einer Wettbewerbsklausel hätte sie damit aber drei Jahre warten müssen, wogegen sie sich vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht zur Wehr setzte. (Az.: 11 Ca 1115/13). Statt auf den Abschluss der Verfahrens zu warten, kommt sie nun nach Rüsselsheim. Sie hatte im Juni 2012 gekündigt und ist seither freigestellt. Ein Insider betonte: „Sie wollte ihre Karriere nicht von Juristen bestimmen lassen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie kann man jemanden engagieren,der richtig Dreck am Stecken hat?Wann lernt man denn ENDLICH, dass man allein durch kauf an Personal, und laut Insideraussagen,entsetzlich schwachem Führungspersonal,keinen Blumentopf gewinnen kann, geschweige denn bessere Umsatz-und Gewinnzahlen? Dabei sind die Autos verdammt gut geworde.Wie von APO Mann geschrieben: keiner kriegt diese Superqualität in Deutschland mit,obwohl diese in AMS über 100 tsd.ilometer bewiesen ist!Da müsste die Neue doch direkt mit Vollgas rangehen und in die Öffentlichkeit bringen.Da braucht man keine Einführungsphase,das ist simpeltses Marketing!!!Gott, lass Hirn regnen,sonst sieht es düster aus!

  • Wenn dann noch der Dürrheimer an Bord käme, wäre die rocky horror picture show perfekt.
    Hoffentlich stemmen Sie mehr als Fr. Frost. Die war so richtig, richtig schlecht. Und hatte so gar keine Ahnung von Entwicklung. Quote schlechthin.

  • Das gute ist:
    Als Marketing-CHEFIN muss Frau Müller nicht die Arbeit machen, sondern dafür sorgen, dass andere in die richtige Richtung arbeiten.
    Nach dem Motto:
    Nivea hat nicht geklappt, mach ich halt in Opel.
    Ich könnte Ihr zahlreiche gute Tipps für ein erfolgreiches Marketing der Marke Opel geben.
    Zwei davon schon einmal kostenlos:
    1.
    Keine Promis als Testimonials!
    Denn wer Kloppo und Lena nicht mag, den nervt dann auch eventuell die Werbung von Opel. Ganz zu schweigen von den Problemen, die das Marketing und die Marke Opel bekommt, wenn der Werbeträger in der Öffentlichkeit in Ungnade fällt (Finanz-, Sex- und andere Skandale wie beispielsweise Trunkenheit am Steuer.) Dann also lieber wieder so einen wie Flat Eric! Sie erinnern sich?
    2.
    Die Qualität und Innovationsführerschaft der Marke Opel wieder in den Vordergrund stellen!
    So hat der Opel Astra Sports Tourer den 100.000 Kilometer-Test der Fachzeitschrift auto, motor und sport mit Bravour gemeistert, steht dort jetzt auf Platz 1, vor dem Golf und die Öffentlichkeit erfährt es nicht von Opel.

    By the way: Schön zu lesen, dass es GM nicht geschafft hat, die "Billig"-Marke Chevrolet anstelle der Marke Opel in Europa zu etablieren.

    Sehr geehrte Frau Müller,
    wenn Sie weitere Tipps gegen Honorar wünschen, gerne!
    Mit freundlichen Grüßen
    APO-Man

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