Ex-Infineon-Chef
Im neuen Leben angekommen

Seit seinem Rauswurf beim Chiphersteller Infineon versucht Ulrich Schumacher sein Glück in der Finanzbranche. Nun ist ihm der erste große Deal gelungen. Den hat er aber wohl nur eingefädelt bekommen, weil er sich seit seiner wilden Zeit bei der ehemaligen Siemens-Tochter gewandelt hat.

MÜNCHEN. Äußerlich hat er sich kaum verändert: Die Haarlänge bewegt sich weiter im Millimeter-Bereich, die Haut ist leicht gebräunt, und trotz eines einwöchigen Fastenaufenthalts in Österreich drückt der Bauch noch über den Gürtel. Dazu kommt ein gewinnendes Lächeln, mit dem Ulrich Schumacher schon immer seine Gesprächspartner empfangen hat.

Doch wer sich mit dem groß gewachsenen 49-Jährigen unterhält, der entdeckt schnell, dass Schumacher nicht mehr derselbe ist, der er noch vor drei Jahren war. Irgendwie ist der Ex-Chef von Infineon, der früher bekannt war für seine lauten Töne, nachdenklicher geworden, vielleicht einfach auch reifer.

Der innere Wandel hat viel zu tun mit seinem Rauswurf beim Münchener Chiphersteller im Frühjahr 2004. Dort sind dem Rheinländer die eigenen Vorstandskollegen in den Rücken gefallen. Sie sollen den Aufsichtsrat dazu gedrängt haben, ihm wegen seines selbstherrlichen Führungsstils den Stuhl vor die Tür zu setzen. Schumacher schmerzt es noch heute, dass ihn enge Vertraute ans Messer geliefert haben.

Dabei hat der Ingenieur derzeit wieder Grund, zufrieden zu sein. Denn längst hat Schumacher ein neues Leben begonnen, ist beim amerikanischen Finanzinvestor Francisco Partners eingestiegen. Und dort ist ihm vor wenigen Wochen der erste ganz große Deal gelungen: Francisco Partners beteiligt sich am neuen Gemeinschaftsunternehmen der Chipriesen Intel und ST Microelectronics. Man spürt, dass Schumacher stolz ist auf die Vereinbarung, an der er monatelang gearbeitet hat. Es sei „fast ein Meisterstück“, findet er.

Für kurze Zeit ist es wieder zu spüren, das Selbstbewusstsein, mit dem Schumacher bei Infineon über Jahre hinweg für Schlagzeilen gesorgt hat. Doch im Gegensatz zu den vielen Luftnummern von früher kann Schumacher diesmal mit rundum soliden Nachrichten aufwarten. Denn das Geschäft sorgt weltweit für Aufsehen. Jahrelang haben die beiden Halbleiterkonzerne nach einer Möglichkeit gesucht, ihre defizitären Speicherchip-Sparten fit für die Zukunft zu machen. Jetzt scheint der Weg dafür frei zu sein.

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