Ex-MAN-Vorstand vor Gericht
Anton Weinmann gegen die Münchener Justiz

Im Prozess gegen den ehemaligen MAN-Vorstand ist Anton Weinmann nicht der Einzige, der sich heftigen Anschuldigungen stellen muss. Gegen die Münchener Justiz werden Vorwürfe der Beleidigung und Geheimnisverrat erhoben.
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Heute ist es soweit: Anton Weinmann muss, ob er will oder nicht, wohl die Worte der Münchener Staatsanwälte über sich ergehen lassen. Heute beginnt am Landgericht der bayerischen Landeshauptstadt das große Korruptionsverfahren gegen den Ex-Vorstand des Lastwagenbauers MAN.

In den Wochen davor aber hat Weinmann erfolgreich verhindern können, dass die Presse Einzelheiten über sein Verfahren berichten kann. Denn Weinmann klagt vor dem Verwaltungsgericht München gegen die Herausgabe der Anklageschrift an Journalisten. Und bis zur Eröffnung seines Strafverfahrens haben die Verwaltungsrichter die Sache nicht entscheiden können.

Der Fall Anton Weinmann ist ein ungewöhnlicher Kampf von Bürger gegen die Justiz. Gegen die bayerische Justiz, um genau zu sein. Denn anders als in vielen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, gibt die bayerische Gerichtsverwaltung nach Anklageerhebung die Anklageschrift an die Presse heraus – wenn auch in anonymisierte Form, was die dort genannten Personen anbelangt. Weinmann aber, so seine Verteidigung, wollte eine öffentliche Vorverurteilung verhindern.

Abgesehen davon, dass der Vorwurf, er habe von Bestechungsgeldern beim Verkauf von Lastwagen und Bussen nach Belgien und Slowenien gewusst, nicht stimme, wehrt sich Weinmann aber auch noch mit einem ungewöhnlichen Gutachten gegen die Ankläger. Das Gutachten besagt, die Anklageschrift enthalte ehrverletzende und beleidigende Äußerungen, die Ankläger hätten sich deshalb selbst wegen Verleumdung strafbar gemacht. Und sollte der Vorsitzende Richter der sechsten Strafkammer des Landgerichts, Joachim Eckert, die Verlesung heute zulassen, würde auch er sich eventuell strafbar machen.

Das klingt nach Justizposse, doch ganz so leicht ist das Thema wohl nicht abzutun. Inhaltlich geht es um viel. Das von der Staatsanwaltschaft behauptete Schmiergeld-System brachte MAN in Verruf, der Konzern verlor 150 Millionen Euro, weil dieser Betrag dem Unternehmen als illegal erzielter Gewinn abgeknöpft wurde.

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Anton Weinmann gegen die Münchener Justiz

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Justiz im Hinterzimmer

Kommentare zu " Ex-MAN-Vorstand vor Gericht: Anton Weinmann gegen die Münchener Justiz"

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  • ...MAN muss auch immer schauen, wem das Ganze nutzt. Die niedersächsische Landesregierung mit 20% Anteilen am neuen MAN-Eigentümer VW wird die Posse der bayerischen Staatsanwaltschaft bzw.das eklatante Versagen der Bayerischen Staatsregierung in essentiellen Standortfragen in Sachen MAN mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. An der Aufrichtigkeit und Integrität von Anton Weinmann's Aussagen zweifle ich übrigens nicht ansatzweise. Wannabe Compliance Experten, die noch nie einen 40.000 Mann-Betrieb von innen gesehen haben, sollten sich bei menschenvernichtenden (Vor-)Urteilen zurückhalten.

  • ein vorstand,der die schmierereien im eigenen beritt,in dem fall vertrieb,nicht mitkriegt is ein märchenerzähler und zudem sein geld nicht wert,ja sogar nie wert gewesen.

    hur ab vor einer staatsanwaltschaft,die nicht vor ganoven und ihren winkeladvokaten zurückzuckt.

  • Ein Autor mit auffallend wenig Sachverstand vom Strafprozess und offenkundig wenig recherchiert. Die Presse hat die Möglichkeit, in jede öffentliche Verhandlung zu gehen. Wenn ein Prozess 40 Tage dauert, hat sie in der Regel nur keine Lust. Was sie auch nicht hat: Einen Anspruch, seitens einer Strafkammer außerhalb der laufenden Hauptverhandlung auf dem Laufenden gehalten zu werden. Dies maßt sich aber offenkundig der Autor an. Die Presse verpasst Urteile nicht, weil in einem "Hinterzimmer" verhandelt wird, sondern weil sie regelmäßig nur die ersten zwei bis drei Tage zugegen ist. Der Artikel, jedenfalls die zweite Seite, ist derart unseriös, dass ich müde werde, das Handelsblatt zu lesen. Bitte mehr Niveau! Geschichten kann ich mir selbst ausdenken.

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