Ex-Mitsubishi-Vize ist Favorit für den Posten und kennt die Marke gut
Daimler-Manager Walker soll Smart in schwarze Zahlen steuern

Lange hat Ulrich Walker auf eine neue Aufgabe nicht warten müssen. Erst wenige Wochen ist es her, dass der 52 Jahre alte Manager die Not leidende Daimler-Beteiligung Mitsubishi Motors verlassen hat. Jetzt winkt ihm nach Informationen aus Unternehmenskreisen der Chefposten bei der Daimler-Kleinstwagenmarke Smart.

FRANKFURT/TOKIO. Nach dem überraschenden Ende des Daimler-Engagements beim japanischen Partner hat das neue Personaltableau von Daimler-Chef Jürgen Schrempp nun klare Konturen: Smart für Walker, der bisherige Smart-Chef Andreas Renschler folgt Daimler-Urgestein Eckhard Cordes als Nutzfahrzeug-Chef, Cordes steigt zur Nummer eins der Nobelmarke Mercedes auf. Ein Daimler-Sprecher nannte die Informationen Spekulation. Der Aufsichtsrat will über die Personalien am 29. Juli entscheiden.

Schrempp greift mit Walker auf einen Manager zurück, der die Marke Smart genau kennt – als Kooperationspartner. Denn bei Mitsubishi war der Schwabe auch für die Allianzprojekte mit Chrysler und Smart verantwortlich. Geradezu ins Schwärmen geriet Walker, wenn er laut über die Sparpotenziale der Zusammenarbeit nachdachte: Der neue Smart-Viersitzer basiert in weiten Teilen auf dem Mitsubishi-Kleinwagen Colt.

Im Lebensabschnitt Mitsubishi wirkte Walker, mittelgroß und fast weißhaarig, zumeist im Hintergrund. Denn die PR machte sein Chef, der mediengewandte und breit lächelnde Rolf Eckrodt. Der ist jetzt im Ruhestand.

Walker wirkt im Gespräch offen und zugänglich, es schwäbelt, wenn er Englisch redet. Auch den Japanern galt er als zuverlässiger Partner, dennoch muss er sich, wie die anderen Daimler-Leute auch, den Vorwurf gefallen lassen, nicht zur japanischen Belegschaft durchgedrungen zu sein.

Im Juni endete Walkers Beschäftigung beim japanischen Krisenkonzern, die sechs anschließenden Wochen ohne Führungsaufgabe haben dem schlanken Schwaben aber nicht geschadet. Denn Konzernchef Schrempp hält große Stücke auf Walker, der im Juli 2000 in den Vorstand von Mitsubishi Motors gewechselt war. Zuvor hat er bei Daimler eine schnurgerade Spur hinterlassen: Leiter Qualitätsmanagement, dann Chef des Bereichs Global Service Mercedes-Benz. Zwischenzeitlich war er Assistent des früheren Daimler-Nutzfahrzeugchefs und heutigen Autoverbands-Präsidenten, Bernd Gottschalk.

Bei Smart soll Walker nun den Turn-around vollenden, den Renschler angestoßen hat. Sein Vorgänger hat es geschafft, aus dem belächelten kleinen Zweisitzer eine Kultmarke mit mehreren Baureihen zu schaffen. Doch Geld verdient der Konzern damit noch nicht. Erst 2006 sollen unterm Strich schwarze Zahlen stehen, heißt es. Diesen Termin nicht noch einmal nach hinten zu verschieben, das steht ganz oben im Pflichtenheft.

Hierfür kann Walker auf Erfolge bei Mitsubishi verweisen, wo die Materialkosten über Plan gesenkt wurden. Die Zahl der verschiedenen Teile – von Schrauben bis zu Sitzbezügen – zu senken, darin hat der Schwabe Erfahrung. Eins erleichtert ihm dabei sicher die schwierige Mission: Er ist wieder daheim. Smart sitzt in Böblingen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%