Ex-Siemens-Chef lehnt dankend ab
Von Pierer sagt bei VW ab

Der Autokonzern Volkswagen hat eine erste Absage bei der Suche nach einem Nachfolger für Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch erhalten. Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer steht nach eigenen Worten nicht für den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei VW zur Verfügung.

FRANKFURT. „Das hat rein zeitliche Gründe“, sagte von Pierer am Rande der Siemens-Hauptversammlung am Mittwoch in München. Der Ex-Siemens-Chef war noch Anfang der Woche vom amerikanischen VW-Großaktionär Tweedy Browne für diese Position ins Spiel gebracht worden, weil Piëch den Vorsitz des VW-Kontrollgremiums 2007 abgeben will.

Nach der Absage von Pierers haben nun der Hamburger Stahlunternehmer Jürgen Großmann, der im Mai in das Kontrollgremium einzieht, sowie der bereits im Aufsichtsrat sitzende Eon-Manager Hans Michael Gaul gute Chancen, das Kontrollgremium von Volkswagen künftig zu leiten.

Auch Tui-Chef Michael Frenzel ist im Gespräch, stößt aber offenbar nicht bei allen Großaktionären auf ungeteilte Zustimmung. Frenzel hatte als einer von wenigen Vertretern der Kapitalseite mit der Arbeitnehmerbank für das IG-Metall-Mitglied Horst Neumann als Personalvorstand gestimmt und damit vor allem Niedersachsens Ministerpräsidenten Christian Wulff vor den Kopf gestoßen.

Die Vertreter der beiden größten VW-Aktionäre, Wulff (CDU) und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, hatten sich vergangenen Freitag darauf geeinigt, dass ein „neutraler“ Manager zum künftigen Aufsichtsratschef berufen werden soll. Porsche und das Land Niedersachsen hatten Ende vergangener Woche ihren Streit beigelegt. Wiedeking zog danach diese Woche für David Simon of Highbury in das Kontrollgremium ein. Der Porsche-Chef wird auch dem Präsidium des Aufsichtsrats angehören, das von vier auf sechs Personen erweitert werden soll. Im Gegenzug räumt VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch 2007 seinen Posten. Damit endet ein langer Machtkampf zwischen den Großaktionären.

Über den neuen VW-Aufsichtsratschef gebe es noch keine Vorentscheidung, hieß es am Mittwoch. Es sei auch möglich, dass ein Kandidat von außen berufen werde. Offen bleibt, ob Piëch ganz aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Wulff äußerte ebenso wie Vertreter von Tweedy Browne zwar diese Erwartung. Piëch selbst aber nahm bislang nicht dazu Stellung. In Unternehmenskreisen hieß es jedoch, dass von einem kompletten Rückzug Piëchs auszugehen sei.

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