Ex-Siemens-Chef: Schmiergeld-Skandal lässt von Pierer nicht los

Ex-Siemens-Chef
Schmiergeld-Skandal lässt von Pierer nicht los

Seinen Ruhestand hatte sich Heinrich von Pierer sicher anders vorgestellt. Zum 75. Geburtstag will die griechische Justiz den Siemens-Skandal noch einmal groß aufrollen – der Prozess könnte sich über Jahre hinziehen.

MünchenFür Siemens ist der Schmiergeld-Skandal Geschichte - doch der frühere Konzernlenker Heinrich von Pierer wird das Thema bis heute nicht los. Seit November macht die griechische Justiz dem einstigen Vorzeige-Manager und einem Dutzend weiterer Ex-Mitarbeiter des Elektrokonzerns den Prozess. Nach einem eher unübersichtlichen Auftakt sind der weitere Verlauf, die Dauer und der Ausgang des Verfahrens noch kaum absehbar.

Unangenehm dürfte es für Pierer aber allemal sein, dass er sich auch zum 75. Geburtstag an diesem Dienstag (26. Januar) mit den Schatten der Vergangenheit auseinandersetzen muss. An dem Tag treffen sich auch die Siemens-Aktionäre zur Hauptversammlung in München.

Bald zehn Jahre ist es her, dass durch eine Razzia der Münchner Staatsanwaltschaft der bisher größte Korruptionsskandal in der deutschen Wirtschaftsgeschichte aufflog. Über ein System schwarzer Kassen waren insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeldern geflossen, um lukrative Auslandsaufträge zu ergattern. Pierer, von 1992 bis 2005 Konzernchef und zum Zeitpunkt der Aufdeckung Aufsichtsratsvorsitzender, nahm einige Monate später seinen Hut.

Die Aufräumarbeiten bei Siemens nahmen Jahre in Anspruch. Neben der Staatsanwaltschaft drehte auch ein Heer von US-Anwälten jeden Stein bei dem weit verzweigten Konzern um, rund 250 Mitarbeiter mussten gehen, eine umfassende Compliance-Organisation wurde aufgebaut. Auch die Rolle Pierers, der stets jede Verwicklung in die Schmiergeld-Machenschaften von sich wies, wurde durchleuchtet.

Schließlich musste er ein Bußgeld wegen fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht zahlen. Hinzu kam Schadenersatz in Millionenhöhe, den Siemens bei ihm und anderen Ex-Vorständen eintrieb - als zumindest symbolischen Ausgleich für die 2,5 Milliarden Euro, die das Debakel Siemens kostete.

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