Ex-Soldaten als Manager Jeder Starbucks ein Platoon

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Darrel Bjornson ist ein ehemaliger hochrangiger Offizier in der US-Armee. Als Colonel, der Dienstgrad ist vergleichbar mit einem deutschen Oberst, hat er 22 Jahre lang gelernt, Führungskräfte auszubilden. Warum ehemalige Militärangehörige so wertvoll sind für Managementposten? „Du wirst von Anfang an gezwungen, anständige Leistungen zu bringen. Wenn du keine Ergebnisse bringst beim Militär, dann wirst du entweder degradiert oder gar gefeuert“, sagt der 66-Jährige. Weitere Gründe, warum Männer und Frauen in Uniform die freie Wirtschaft bereichern: „In welchem Unternehmen hast du schon die Möglichkeit, als 18- oder 19-Jähriger wie ein Manager zu fungieren?“ Als Platoon-Leader, also einer Gruppe von fünf bis sechs Soldaten, bekommst du in dem Alter schon die Chance“, schildert Bjornson.

Weitere Aspekte, die Unternehmenslenker an Ex-Militärs schätzen, kennt Robers Nardelli, Chef von Amerikas größter Baumarktkette Home Depot: „Teamarbeit, der Umgang mit Menschen, die dir persönlich nicht liegen, Anpassungsfähigkeit und wohl am wichtigsten, das Arbeiten unter Hochdruck.“ Nardelli, selbst Militärveteran, heuert schon seit den 80er-Jahren regelmäßig Ex-Militärs an. Die Hälfte seiner Belegschaft besteht aus Männern und Frauen, die den USA in Uniform gedient haben. „Unsere Ex-Militärs werden meist sofort im Ladenmanagement eingesetzt“, erzählt Dennis Donovan, Personalchef von Home Depot: „Die gehen in einen Laden, haben keine Angst vor großen Aufgaben und legen sofort los. Sehr beeindruckend.“ Ganz nebenbei, „sind es die meisten Militärs gewohnt, ohne Ende Überstunden abzureißen“.

Ein kleines Problem, auf das viele ehemalige Soldaten bei der Rückkehr in die zivile Arbeitswelt treffen: „Sie formulieren auch ihre Bewerbungen in Militärsprache“, kritisiert Christopher Michel, Gründer von Military.com, einer Webseite, die den einstigen Soldaten Jobs besorgt. Michel: „Aber das ist nur ein kleines, lösbares Problem.“

Ein interessantes Zukunftsszenario malt Colonel Bjornson aus: „Wir erkennen in der US-Armee den Trend, dass Männer und Frauen den Streitkräften gezielt für mindestens vier Jahre – dem Minimum – beitreten, um einen Grundstein für eine steile Karriere in der Wirtschaft zu legen.“ Denn: „Dafür sprechen nicht nur die Militär-Vorzeigekandidaten wie Michael Jordan, Chef von Electronic Data Systems, oder Steven Loranger, Chef von ITT Industries. Dafür sprechen vor allem auch die Profitmargen, die diese Manager den Aktionären einbringen. Die 59 Firmen unter Militärführung, die Korn/Ferry untersuchte, brachten den Investoren rund 21 Prozent Gewinn in drei Jahren. Die Firmen ohne Militäreinfluss schafften es nur auf elf Prozent. Noch krasser ist der Unterschied beim Fünf-Jahres-Vergleich: Da erreichten die Firmen mit Ex-Militärs an der Spitze immerhin 9,5 Prozent Gewinn. Der Index ohne Militärs in der Chefetage fuhr dagegen einen Verlust von 10,7 Prozent ein.

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