Ex-Soldaten als Manager
Jeder Starbucks ein Platoon

In den Vereinigsten Staaten sind Manager, die eine Zeitlang beim Militär gedient haben, bei Unternehmen gefragt wie nie zuvor. Ihr Geheimnis ihres Erfolges: Antrainierte Führungskenntnisse und Einsatzwillen - und die Bereitschaft, einen einmal eingenommenen Posten nicht so schnell wieder zu räumen.

LOS ANGELES. Adria Cobeaga muss sich keine Sorgen mehr machen. Ihre Arbeit als Army-Ingenieur ist getan, die Entlassungsurkunde hat die 28-jährige studierte Elektrotechnikerin in der Tasche. Und nach elf Bewerbungsgesprächen konnte sich die Ex-Soldatin „einen Managerposten als Junior in der Privatindustrie aussuchen“, erzählt sie stolz. William Harrison ging es ähnlich. Auch der Artillerieoffizier von der Militärakademie West Point musste nur kurz nach einem lukrativen Job suchen. „Meine Ausbildung bei den US-Streitkräften hat mir sofort einen guten Posten bei Con Edison, dem Energiebetreiber in New York, verschafft“, berichtet der 27-Jährige.

Ex-Militärs sind so gefragt wie nie im amerikanischen Wirtschaftsleben. Aus gutem Grund: Sind sie doch einfach erfolgreicher als Manager ohne Militärausbildung. Und das lässt sich sogar belegen. Eine Studie der Personalberatung Korn/Ferry International zeigt: Die Geschäftsergebnisse von US-Firmen, an deren Spitze Ex-Armeeangehörige stehen, liegen über dem Börsenindex. Ein Sprecher von Korn/Ferry staunt: „Die Ergebnisse sind überraschend. So liegen die Ex-Militärs zum Teil sogar 20 Prozentpunkte in ihren Ergebnissen über denen von Unternehmen ohne Ex-Soldaten an der Spitze.“

Auch halten sie länger auf ihren Posten aus als Manager ohne Militärausbildung, ermittelte Korn/Ferry: Vorstandschefs mit Militär-Background sind im Durchschnitt 7,2 Jahre auf ihrem Führungsposten, während Chefs ohne Uniform im Schrank nur 4,6 Jahre bleiben.

Die Gründe für diese Erfolgswelle der Ex-Militärs sind vielschichtig. „Es ist heute für die spätere berufliche Laufbahn sicher ein Vorteil, wenn jemand beim Militär gedient hat“, urteilt Joe Griesedieck, Vize-Chairman von Korn/Ferry. 220 000 Männer und Frauen verlassen jedes Jahr das US-Militär. „Und es sind längst nicht mehr die Sorte von Vietnam-Veteranen“, sagt Bill Gaul, Chef der Destiny Group, einem Unternehmen, das über 100 karrierespezifische Webseiten für Ex-Militärs mit Lebensläufen füllt. Gaul: „Die Ex-Militärs sind heute prima ausgebildet, haben einen Uni-Abschluss und kennen sich bestens mit High Tech aus. Ausgezeichnete Voraussetzungen für eine Karriere im Management.“ „Daneben sind sie jung und bringen – fast noch wichtiger – früh antrainierte Führungsqualitäten mit.“

Wie konkret sich diese Führungsqualitäten in die tägliche Geschäftswelt übersetzen lassen, weiß Bob Raveneer, Personalchef bei Starbucks und ehemaliger Navy-Offizer, zu berichten: „Jeder Starbucks gleicht einer kleinen Platoon-Einheit. Wir können den Bewerbern zwar unsere Geschäftsphilosophie beibringen, aber wir können ihnen nicht zeigen, wie sie zu führen haben. Das erledigt das Militär für uns. Deshalb stellt unser Unternehmen so gerne Ex-Militärs ein“, erzählt Raveneer weiter.

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