Ex-Telekom-Chef
Obermann wechselt in die Private Equity

Maschinenraum sieht anders aus: René Obermann wird für die Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus künftig Investitionen ausloten. Der ehemalige Telekom-Chef bleibt dabei seiner der Technologiebranche treu.
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Frankfurt, LondonDer frühere Telekom-Chef René Obermann hat einen neuen Job bei einem Finanzinvestor gefunden. Die Investment-Gesellschaft Warburg Pincus hat den Manager zum Partner und geschäftsführenden Direktor berufen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Obermann werde im Londoner Büro von Warburg Pincus arbeiten und sich dort um die Telekommunikations-, Medien- und Technologiebranche kümmern. Zuletzt war Obermann Vorstandschef des niederländischen Kabelunternehmen Ziggo, das von dem US-Unternehmen Liberty International übernommen wurde. Von 2006 bis 2013 stand er an der Spitze der Deutschen Telekom.

Nach seinem Abschied beim Bonner Telekommunikationskonzern hatte Obermann seinerzeit verkündet, „näher an den Maschinenraum“ rücken zu wollen. In seiner neuen Tätigkeit in London wird er mehr perspektivisch denn operativ arbeiten – zu seinen Aufgaben zählt die Evaluation neuer Investments. Warburg Pincus' Europachef Joseph Schull freut sich über die „seltene Kombination“ aus langer Erfahrung als deutscher Unternehmer und Leiter eines internationalen Konzerns. Obermann wird die Beteiligungsgesellschaft im hiesigen Markt vertreten.

Schon seit August wird über diesen Schritt spekuliert, nun ist der Wechsel in trockenen Tüchern. Obermann, dessen nicht ganz freiwilliges Ende bei Ziggo gemäß Börsenmitteilung mit 3,95 Millionen Euro plus Aktien im Wert von 1,8 Millionen Euro in Aktien vergoldet wurde, sitzt zudem in den Aufsichtsräten der Streaming-Plattform Spotify sowie des Softwareunternehmens CompuGroup Medical.

Erwähnenswert auch, dass Ziggo sich vor dem ersten Übernahmeangebot des US-Großaktionärs Liberty International Übernahme in Mehrheitsbesitz der Beteiligungsgesellschaften Warburg Pincus und Cinven befand. 2013 machten die Investoren beim Exit insgesamt 3,4 Milliarden Euro. Anfang 2014 trat Obermann seinen Posten beim niederländischen Kabelkonzern an. Das Übernahmeangebot ging nur vier Wochen später ein. Obermann entschied sich, künftig nicht als Regionalchef im US-Unternehmen bleiben zu wollen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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