Ex-Vorzeigeunternehmer
Windhorst wegen Betrug und Untreue angeklagt

Der ehemalige Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst muss sich wegen Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin wirft dem 32-Jährigen vor, im Jahr 2001 ein Privatdarlehen über rund zehn Mio. Euro durch falsche Angaben erlangt zu haben.

HB HANNOVER. Im Zeitraum 2002 bis 2004 soll er insgesamt rund eine Million Euro Firmengelder veruntreut haben. Zudem habe er in mehreren Fällen die Insolvenz seiner Firmen zu spät angezeigt, teilte die Behörde am Freitag mit. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Windhorst war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Windhorst hatte in den 1990er Jahren Furore gemacht, als er mit 15 Jahren eine Computerfirma aufbaute und als gefeierter Jungunternehmer den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf Staatsreisen begleitete. Mit dem Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends mussten allerdings drei seiner Firmen Insolvenz anmelden und Windhorst als Privatperson ebenfalls.

Auch die zuletzt von ihm geführte Beteiligungsgesellschaft Vatas ist seit kurzem insolvent. Anfang 2009 war ein Sanierungsplan gescheitert, nachdem bekanntwurde, dass die NordLB die Gesellschaft auf rund 150 Mio. Euro verklagt hat. Gesellschafterin der Vatas Holding ist die in London ansässige Sapinda International Limited des südafrikanischen Investors Robert Hersov.

Die NordLB hatte im Auftrag von Vatas größere Pakete an Aktien von Balda, Curanum, Euromicron sowie des US-Unternehmens RemoteMDx gekauft. Die Beteiligungsgesellschaft nahm die Aktien allerdings nicht ab. Da die Kurse der Unternehmen stark nachgaben, musste die Landesbank für Wertberichtigungen Rückstellungen von 132 Mio. Euro bilden. Der Vorfall kostete den für den Handel zuständigen Vorstand Jürgen Kösters den Job.

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