Exklusiv-Studie
Nestwärme ist in der IT wieder chic

IT-Töchter sollen nur noch die eigenen Mütter glücklich machen. Das Fremdgeschäft mit Dritten ist endgültig begraben, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung SMP AG.

DÜSSELDORF. „Professionelles Partner-Management ist das Thema, mit dem sich IT-Töchter heute profilieren müssen,“ urteilt Lothar Engelke, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters IDG. Die Tochter der Gothaer Versicherungen ist seit 13 Jahren rechtlich selbstständig, versteht sich als intelligente Einkaufs- und Steuerungsabteilung des Mutterkonzerns. Und damit liegt sie im Trend.

Anders als noch vor einigen Jahren, als IT-Töchter und IT-Abteilungen sich möglichst stark von der eigenen Familie emanzipieren und viele externe Kunden bedienen sollten, gilt Nestwärme und Cocooning in den eigenen vier Wänden wieder als chic: IT-Abteilungen und IT-Töchter machen vieles nicht mehr selber, aber sie geben auch nicht komplexe Prozesse als Ganzes ungeprüft an Externe raus. Sie nutzen die intime Kenntnis des Mutterkonzerns auf der einen und des Anbietermarkts auf der anderen Seite, um für jede Aufgabe den optimalen Partner zu finden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung SMP AG aus Düsseldorf – Referenzkunden: SAP, IBM, Deutsche Post, Karstadt. Sie liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Die veränderte Rolle der IT resultiert auch aus einigen bitteren Erfahrungen, die Unternehmen mit großen Outsourcing-Deals machen mussten. Etliche hatten komplexe Aufgaben – inklusive deren Steuerung – an große externe Dienstleister vergeben, die versprachen, alles schneller, besser und vor allem billiger zu können. Doch häufig ging der Schuss nach hinten los, weil der Partner zu wenig Einblick in die Geschäftsprozesse hatte und der Kunde den Aufwand für das Management des Deals gnadenlos unterschätzte. „Heute sind die Unternehmen viel realistischer, sie machen sich schon im Vorfeld Gedanken über mögliche Transaktionskosten“, beobachtet Tim Kruppe, Berater bei SMP.

Zudem: Viele Auftraggeber haben in den vergangenen Jahren den Fehler gemacht, Funktionen auszulagern, die schon intern nicht funktioniert haben, berichtet Engelke von IDG. „Und vom Outsourcen allein wird dann natürlich nichts besser. Wir lagern nur Prozesse aus, die wir so gut verstanden haben, dass wir sie prinzipiell auch selber machen könnten. Anderenfalls bekommt man Vorschläge, die vielleicht für den Partner optimal sind, aber nicht unbedingt für den eigenen Laden“, so Lothar Engelke.

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