Expansion
Globalisierung bringt Wachstum

Wer die Unternehmen fragt, warum sie ins Ausland gehen, bekommt neben dem Motiv der niedrigeren Löhne zwei Antworten: Erstens, die Firmen folgen den boomenden Märkten. Zweitens, die Firmen machen sich unabhängig von den Währungsschwankungen.
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DÜSSELDORF. Wer die Unternehmen fragt, warum sie ins Ausland gehen, bekommt neben dem Motiv der niedrigeren Löhne zwei Antworten: Erstens, die Firmen folgen den boomenden Märkten. Deshalb locken neben dem so nahen europäischen Markt Südamerika, Osteuropa und Asien.

Zweitens, die Firmen machen sich unabhängig von den Währungsschwankungen. Zum Dollar gewann der Euro in den letzten zehn Jahre zeitweise 100 Prozent. Das verteuert Produkte aus Euroland im Dollarraum. Der Euro verlor zwischenzeitlich aber auch in wenigen Wochen ein Viertel an Wert. Die starken Schwankungen erschweren Preiskalkulationen, wenn es um die Einfuhr der in Dollar abgerechneten Rohstoffe und um die Ausfuhr fertiger Produkte geht. Deshalb siedeln sich viele Konzerne im Dollarraum an, um dort zu produzieren und sich unabhängig von Währungsschwankungen zu machen.

So denkt der Autobauer BMW nach der knapp 600 Millionen Euro teuren Erweiterung seines Werks in Spartanburg (South Carolina) über die nächste Aufstockung nach. "Die Vereinigten Staaten und vor allem Spartanburg sind unser zweites Zuhause geworden", sagte Konzernchef Norbert Reithofer bei der Eröffnung der neuen Anlagen.

USA locken mit Subventionen

Um das Währungsrisiko zu minimieren, will auch Daimler seine Autos dort bauen, wo sie sich verkaufen. Die Stuttgarter wollen ihre Erweiterung des Motorenwerks in Redford bis September 2011 abschließen. In der Hoffnung auf neue Arbeitsplätze subventioniert der US-Bundesstaat Michigan die Gesamtinvestitionen von 157 Millionen Euro mit knapp einem Drittel.

Die USA bleiben zwar der wichtigste Auslandsmarkt, doch die rasantesten Zuwachsraten fahren zumindest die Autobauer in China ein. Daimlers Umsatzanteil erhöhte sich dort in nur drei Jahren von 1,9 auf 9,3 Prozent im ersten Halbjahr 2010. Das entspricht 4,5 Milliarden Euro. Gefragt sind Luxuskarosserien. Für die S-Klasse von Mercedes und die 7er Reihe von BMW ist China der wichtigste Markt.

Deutschlands größter Autobauer VW liefert in China in diesem Jahr rund zwei Millionen Fahrzeuge aus, spätestens 2014 sollen es drei Millionen sein. Nördlich von Shanghai baut VW ein Werk, in dem ab 2013 mindestens 300 000 Autos vom Band rollen sollen. 4 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die deutschen Hersteller lieferten in diesem Jahr fast 50 Prozent aller zusätzlich gegenüber 2009 verkauften Autos nach China.

Gemessen an den Chancen in der Region sehen viele Unternehmen aber auch noch Nachholbedarf. Der Autozulieferer Continental will sein Geschäft in Asien innerhalb der nächsten Jahre auf 20 bis 30 Prozent ausbauen. Selbst das ist noch bescheiden. Denn knapp die Hälfte aller Neuwagen werden derzeit in Asien hergestellt.

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  • Wir beraten und führen deutsche Firmen in Kolumbien ein, das als Gateway zwischen Nord- und Süd bekannt ist, müssen aber diesem Artikel entgegensprechen. Der Einfluss der Weltdivisen ist nahezu unerheblich wie ebenfalls die Absicht, 3 oder 4 deustche Grosskonzerne als repräsentative bewegung zu "verkaufen". Die deutschen Unternehmungen sind nach wie vor zu starr und zu deutsch um wirklich Grösseres am Weltmarkt zu erreichen und hätten dies lange schon über Theorien hinausheben müssen. anuvelas@gmail.com

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